Robert Habeck trifft Singapurs Vize-Premierminister bei der 17. Asien-Pazifik-Konferenz der Deutschen Wirtschaft (APK).
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Interview - Asien-Pazifik-Konferenz: Die China-Euphorie ist vorbei

Die Abhängigkeit der deutschen Wirtschaft von China verringern und verstärkt auf andere Partner in Asien setzen - das ist Thema bei der 17. Asien-Pazifik-Konferenz der Deutschen Wirtschaft in Singapur. Laut Friedolin Strack vom Asien-Pazifik-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft ist das ein langfristiger Prozess.

Welche Folgen die Abhängigkeit Deutschlands von anderen Märkten hat, hat uns der Krieg in der Ukraine schmerzlich vor Augen geführt. Doch mit der Forderung, die deutsche Abhängigkeit zu verringern, ist nicht nur Russland und sein Gas gemeint. Da geht es auch um China. Damit Deutschland nicht zu abhängig von dem Riesen-Markt China wird, suchen Bundeskanzler Olaf Scholz und Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck nach Alternativen. Sie wollen verstärkt auf andere Partner in Asien setzen. Nach Vietnam besucht der Kanzler dafür Singapur, wo die Asien-Pazifik-Konferenz der Deutschen Wirtschaft stattfindet.

Kein Rückzug aus China

Friedolin Strack ist Hauptgeschäftsführer des Asien-Pazifik-Ausschusses der deutschen Wirtschaft. Er sagt, die deutsche Industrie teilt die Einschätzung, "dass wir Risiken diversifizieren wollen, dass wir übermäßige einseitige Abhängigkeiten abbauen wollen. Der Wirtschaftsminister hat aber auch immer wieder betont, China ist und bleibt ein großer Markt. Und wir wollen uns definitiv aus diesem Markt nicht zurückziehen."

Asiengeschäft ausbauen

Laut Strack habe ein Umdenken eingesetzt. Die China-Euphorie sei eindeutig vorbei, gleichzeitig bleibe China ein großer Weltmarkt. Das Geschäft auf andere asiatische Staaten umzulenken und auszubauen, sei ein langfristiger Prozess. Dafür müsse man beispielsweise die Wertschöpfungsketten auf westliche Werte überprüfen und unabhängiger und krisenfester gestalten. Auch Zulieferungen aus China sollten unseren Standards entsprechen. Strack zeigt sich zuversichtlich, dass deutsche Firmen sich dabei auch die Märkte anderer asiatischer Länder anschauen und dort investieren werden.