Menschen demonstrieren mit Iran-Flagge
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Interview - Iran-Expertin: Protestieren "ist der einzige Weg, um zu überleben"

Die Proteste für die Freiheit im Iran gehen weiter - und das Regime geht mit Härte und Schauprozessen gegen sie vor. Für viele Menschen sei klar: Sie müssen weitermachen mit den Protesten, denn falls sie aufhörten, drohten Massenhinrichtungen, sagt die Journalistin Gilda Sahebi.

Nach Ansicht der Journalistin und Iran-Expertin Gilda Sahebi scheint die Lage bei den Demonstrationen für Freiheit im Iran "noch angespannter zu werden". Nun jährt sich die Niederschlagung der großen Proteste im November 2019 - aus diesem Anlass wolle das Regime das Internet komplett abschalten, wie sie höre, sagt Sahebi. "Das macht große Sorgen."

"Ab dem Moment, wo wir aufhören, zu protestieren, werden sie uns alle umbringen"

 

Ja, es sei lebensgefährlich, auf die Straßen zu gehen - aber das mache die Menschen in ihrem Kampf für Frauen- und Menschenrechte "noch entschiedener", so Sahebi. So paradox es klinge: Protestieren sei der "einzige Weg, um zu überleben". Viele Iranerinnen und Iraner sähen es so: "Ab dem Moment, wo wir aufhören, zu protestieren, werden sie uns alle umbringen." Man rechne mit Massenhinrichtungen, erste Schauprozesse liefen.

Sahebi: Iranisches Regime "nicht reformfähig"

 

Die deutsche Iran-Politik sei in den vergangenen Jahren "sehr von Nachsicht und Verständnis" geprägt gewesen, meint Sahebi. Nun müsse man zu der Erkenntnis kommen, dass das Regime "nicht reformfähig" sei. "Das einzige, was das Regime hat, ist Brutalität und Gewalt." Sanktionen seien der richtige Weg: "Das tut denen schon weh."

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