Hand nimmt Medikament aus Apothekerschran
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Interview - Apotheker: Engpässe bei Medikamenten, aber noch kein echter Notstand

Bei einigen Arzneimitteln und Wirkstoffen gibt es derzeit Lieferengpässe. Der Berliner Apotheker Gunnar Seewald erklärt, welche Medikamente derzeit schwieriger zu bekommen sind und wie die Apotheken mit der Situation derzeit umgehen.

Die Zulieferung mit Fiebersäften etwa sei unterschiedlich. "Mal ist es so, dass wir drei, vier Packungen kriegen und mal ist es so, dass wir so gar nichts dahaben", sagt Gunnar Seewald, Er ist Mitglied im Berliner Apotheker-Verein und Inhaber einer Apotheker in Berlin-Friedrichshain.

Daher müsse der Apotheker unter Umständen Kunden, die mehrere Flaschen wollen, überreden, weniger zu nehmen, um den Bestand möglichst lang zu strecken. Außerdem stehen die Apotheken untereinander in Kontakt, um sich gegenseitig auszuhelfen.

Apotheker: Engpässe bei Fiebersäften, Antibiotika, Insulin und Codein

 

Selbst Medikamente zu mischen, sei nur teilweise möglich, da es auch bei Wirkstoffen Lieferengpässe gebe. Aber auch bei Antibiotika, Insulin und Codein zeichneten sich derzeit Engpässe ab. Antibiotika seien bei Infekten wichtig, so Seewald: "Und die ziemlich schnell verabreicht werden müssen. Da können wir jetzt nicht sagen, wir kriegen vielleicht nächste Woche was, weil dann ist es auch schon zu spät."

Seewald: Noch kein echter Notstand

 

Dennoch betont Seewald, es gebe noch keinen echten Notstand, es sei lediglich schwer, an Sachen ranzukommen und das dauere dann länger. Das Austauschen der Medikamente zu Alternativen ziehe einen bürokratischen Akt hinter sich. Der Apotheker wünscht sich zudem eine Erleichterung in einem solchen Fall bei der Abrechnung mit den Krankenkassen.