Symbolbild: Teilnehmer an einer Demonstration von Rechtsextremisten und 'Reichsbürgern' vor dem Brandenburger Tor
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Interview - Autoritarismus-Studie: Rechtsextreme Einstellungen nehmen ab

Die Zustimmung zu offen neonazistischen Aussagen hat sich deutlich verringert. Das zeigt die Autoritarismus-Studie der Universität Leipzig, die an diesem Mittwoch vorgestellt wurde. Mitherausgeber Johannes Kiess sagt, es gebe zwar noch Potenzial für rechtsextreme Einstellungen, sie würden aber nicht mehr so explizit geäußert.

Die Einstellungsforschung untersuche, wie mehrheitsfähig extrem rechte Parole seien, erklärt Mitherausgeber Johannes Kiess das Ziel der Autoritarismus-Studie der Universität Leipzig. Die am Mittwoch vorgestellten Daten würden zeigen, dass sich die Zustimmung zu offen neonazistischen Aussagen in Deutschland deutlich verringert hätten. "Es gibt da trotzdem noch ein Potenzial, aber es wird nicht mehr so explizit geäußert", sagt Kiess.

Autoritarismus-Studie: Rechte Positionen im Osten teilweise mehrheitsfähig

 

Zugenommen habe allerdings die Ausländerfeindlichkeit - gerade in Ostdeutschland. "Das Bild ist durchaus etwas kompliziert. Wir haben in Ostdeutschland teilweise Landstriche, wo ausländerfeindliche, extrem rechte Positionen eben doch mehrheitsfähig sind", sagt Kiess, der an der Uni Leipzig zu politischen Einstellungen forscht. Bei der Abwertung von Gruppen, die als fremd markiert würden, entlade sich offenbar aggressives Potenzial, das es in der Gesellschaft gebe.

Polarisierung als Strategie der Neuen Rechten

 

Zudem sei eine Beobachtung der Autoritarismus-Studie, dass es bei einzelnen Themen eine Fragmentierung der Diskussion gebe: "Das kann dann eben zu einer Polarisierung führen." Einzelne Akteure aus dem neurechten Spektrum hätten es als Strategie ausgegeben zuzuspitzen, um die Gesellschaft auseinanderzutreiben.