Beim China-Besuch des Bundeskanzler sitzt die deutsche Delegation dem Chinesischen Präsidenten Xi Jinping und weiteren Mitgliedern der chinesischen Führung zu Gesprächen gegenüber.
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Interview - Handelskammer China zieht positive Bilanz der Scholz-Reise

Bundeskanzler Scholz ist in dieser Woche zusammen mit einer Wirtschaftsdelegation nach China gereist. Die Gespräche hätten viel bewirkt, sagt Martin Klose, Geschäftsführer der Deutschen Auslandshandelskammer in China. Dennoch arbeiteten auch die deutschen Unternehmen weiter daran, unabhängiger von China zu werden.

Themen wie die Diversifizierung von Lieferketten und Risikoanalysen bei Standorten würden in den Vorstandsetagen aktiv diskutiert, sagt Klose. Es gebe in vielen Firmen Bestrebungen, die Geschäfte breiter aufzustellen. "Man schaut auf andere Märkte, insbesondere nach Ostasien und nach Südostasien und versucht dann dort entsprechend Produktionen aufzubauen oder neue Lieferketten einzurichten", sagt Klose.

Klar sei aber auch, dass China für die deutsche Wirtschaft weiterhin wichtig sein werde. "Die Unternehmen müssen ihre Geschäfte weiter betreiben, wenn sie weltweit konkurrenzfähig bleiben wollen."

Klose: Scholz-Besuch in Peking war wichtig

 

Die Gespräche zwischen der chinesischen Führung und dem Bundeskanzler mit seiner Delegation am Freitag waren nach Kloses Ansicht von großer Bedeutung. Einerseits sei es viel um geopolitische Themen wie Menschenrechte, Chinas Haltung gegenüber Taiwan und den russischen Angriff auf die Ukraine gegangen. Scholz habe hier einen "deutlich verbindlicheren Ton" angeschlagen als seine Vorgängerin, meint Klose.

Andererseits hätten die Gespräche auch für die Wirtschaft Fortschritte gebracht. Als Beispiel nennt Klose die Teilnahme des deutschen Impfstoffherstellers Biontech in der Wirtschaftsdelegation. Bisher seien mRNA-Vakzine in China nicht zugelassenn, hier habe es einen Fortschritt gegeben. Biontech solle perspektivisch eine Zulassung bekommen.

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