Die Mikrofone von ARD und ZDF sind vor einer Pressekonferenz nebeneinander aufgestellt.
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Interview - Journalistenverband zu Buhrow-Vorstoß: Viele Fragen, wenige Antworten

Der ARD-Vorsitzende und WDR-Intendant Tom Buhrow hat in einer Rede Grundsatzfragen zur Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gestellt - auch, ob es mit das Erste und ZDF noch zwei lineare Fernsehsender braucht. Antworten auf die wirklich drängenden Fragen gebe Buhrow jedoch nicht, sagt Frank Überall vom Deutschen Journalistenverband (DJV).

Natürlich müsse darüber diskutiert werden, wie sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk für die Zukunft aufstellen soll, so Überall. Das Digitale werde dabei immer wichtiger. "Wir müssen Qualität in den Mittelpunkt stellen", so der DJV-Vorsitzende. Dabei müsse man sich fragen, was auch ohne mehr Personal machbar sei. "Und da hat Tom Buhrow durchaus richtige Fragen gestellt, allerdings wenig Antworten gegeben."

Buhrows Idee eines Runden Tisches sieht Überall kritisch. "Ich frage mich: Wer soll da ganz konkret sitzen?" Die Mitglieder bräuchten eine Legitimation, warum gerade sie daran teilnehmen dürfen. Zudem sei auch ein Runder Tisch nicht frei von Einzelinteressen. Auch könne er nie komplett repräsentativ für die Gesellschaft sein, so Überall.

Überall: Qualität in den Mittelpunkt stellen

 

Die Politik müsse nun erarbeiten, was sich im öffentlich-rechtlichen Rundfunk ändern muss. Dabei spiele gerade auch die Frage eine Rolle, wie Gremien wie der Runfunkrat anders und besser besetzt werden könnten, so Überall.

Schwierig sieht der DJV-Vorsitzende Buhrows Vorstoß, darüber nachzudenken, ob es ARD und ZDF noch brauche. Das stelle einen möglichen Kahlschlag in den Raum. Dies betreffe auch die regionalen Rundfunkwellen. Beispielsweise landespolitische Berichterstattung finde aber kaum anderswo statt. "Wir brauchen auch diese für die Demokratie wichtigen Flächen, wo einfach auch die Dinge erklärt werden", so Überall.

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Tom Buhrow, ARD Vorsitzender, spricht während eines Interviews mit der Deutschen Presse-Agentur dpa.
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Interview - Zukunft des ÖRR: Tom Buhrow fordert Runden Tisch

Der Intendant des WDR und Vorsitzende der ARD Tom Buhrow fordert einen Neuanfang im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Dabei stellt er auch zur Diskussion, ob es mit ARD und ZDF noch zwei Fernsehsender brauche. Die Reaktionen auf Buhrows Vorstoß seien sehr gemischt ausgefallen, sagt rbb-Medienexperte Jörg Wagner.

RBB, Rundfunk Berlin Brandenburg, Masurenallee
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