Der Vorsitzende der Likud-Partei und ehemalige israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu gibt neben seiner Frau Sara Netanjahu eine Erklärung ab.
dpa
Bild: dpa Download (mp3, 9 MB)

Interview - Nahost-Experte: Israels Außenpolitik wird sich ändern

Der rechtskonservative Oppositionsführer Benjamin Netanjahu hat die Parlamentswahl in Israel gewonnen. Aller Voraussicht nach wird er neuer Premierminister - und in diesem Amt wohl einiges bei der israelischen Außenpolitik ändern, meint Peter Lintl von der Stiftung Wissenschaft und Politik.

Netanjahu sei "einer der versiertesten und erfahrensten Außenpolitiker, die im Amt sind", erklärt Peter Lintl. "Also von daher wird er diese Sache sicherlich sehr sorgsam angehen." Aber es werde auch diverse Änderungen geben, so der Israel- und Nahost-Experte. "Er hat bereits angekündigt zum Beispiel, dass er das Abkommen mit dem Libanon neutralisieren will - was auch immer das bedeutet."

Darüber hinaus müsse man damit rechnen, dass Netanjahu auch andere Annäherungen des bisherigen Premierminister Jair Lapid - etwa an die EU oder Jordanien - eher zurückdrehen werde, erklärt Lintl. Und es sei auch unwahrscheinlich, dass er "sich vor die UN stellt und von einer Zwei-Staaten-Lösung spricht".

Auch Netanjahus Verhalten gegenüber dem Iran werde interessant, so der Nahost-Experte. "Rhetorisch war Netanjahu ein enormer Hardliner in Bezug auf einen Deal mit dem Iran", sagt er. "Tatsächlich war er militärisch aber nie ein großer Hardliner." Er gehe davon aus, dass Israel vor dem Hintergrund der Proteste im Iran international "in eine enge gedrängt wird, den Druck auf den Iran zu erhöhen."