Renate Künast (Bündnis 90/Die Grünen)
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Interview - Künast (Grüne) zur "Letzen Generation": "Es ist eine Sackgasse"

Fast täglich schafft es die "Letzte Generation" mit ihren Aktionen in die Nachrichten. Durch Attacken auf Kunst oder Straßenblockaden gehe der Zusammenhang zur Forderung nach mehr Klimaschutz verloren, kritisiert die ehemalige Aktivistin Renate Künast (Grüne). Stattdessen werde nur noch diskutiert, ob der Protest legitim ist.

Es sei zwar dringend notwendig, für mehr Klimaschutz zu demonstrieren, betont Künast. Denn seit Jahrzehnten würden nicht genug politische Maßnahmen ergriffen.

Der Protest der "Letzten Generation" führe aber in eine Sackgasse. Der Kern des Problems werde nicht mehr diskutiert, sondern nur noch die Frage, ob der Protest legitim ist. Die Protestierenden müssten sich genau überlegen, was sie da machen. "Ich finde, es macht keinen Sinn. Es ist eine Sackgasse", sagt die Grünen-Politikerin.

Künast: "Letzte Generation" verhindert Debatte

 

"Das ist ja eine Aktionsform, die Menschen richtig stört in sonstigen Abläufen und damit auch schaden kann", so Künast. Genau das sei nun passiert, als ein Rettungswagen am Montag verzögert an einem Unfallort eintraf. "Da besteht kein Zusammenhang mehr", sagt Künast. "Mir fällt auf, dass auch Fridays For Future etwas entgeistert darauf guckt."

Man könne den Aktivistinnen und Aktivisten nicht alleine vorwerfen, dem Klimaschutz zu schaden, da in der ganzen Gesellschaft zu wenig getan werde. In jedem Fall trage die "Letzte Generation" aber nicht dazu bei, mehr Maßnahmen für den Klimaschutz durchzusetzen. "Sie verhindern die Debatte, und wenn wir jetzt wochenlang darüber reden müssen, welche Demos macht man wie, welche Sitzblockaden, wo verhindert man Einsätze, dann ist es schädlich", sagt Künast.

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