Eine Frau geht mit Regenschirm an einer geschlossenen Kaufhof Filiale vorbei
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Interview - Verdi: Beschäftigte sind wütend, entschlossen und kampfbereit

Der Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof hat erneut Insolvenz angemeldet - das Unternehmen beantragt ein Schutzschirmverfahren. In Berlin und Brandenburg seien insgesamt 2000 Beschäftige betroffen, sagt Conny Weißbach von Verdi Berlin-Brandenburg.

"Wir werden mit Sicherheit um jeden einzelnen dieser Arbeitsplätze kämpfen", sagt Weißbach. Sie glaube, dass die Arbeitsplätze erhalten werden könnten. Denn ihrer Ansicht nach haben Warenhäuser eine vielversprechende Zukunft.

"Alles unter einem Dach zu haben und schnell einkaufen zu können, ist eigentlich - egal für wen in unserer Gesellschaft - ideal. Denn wir alle haben Zeitmangel." Insofern habe sich das Konzept nicht überholt – entscheidend sei jedoch die Umsetzung.

"Die Beschäftigten haben schon lange in ihr Unternehmen investiert"

 

Dabei sehe sie besonders den Eigentümer der Kaufhauskette, René Benko, in der Pflicht. "Er ist einer der reichsten Männer Europas. […] Er ist derjenige, der gesagt hat: 'Ich möchte das Warenhaus entwickeln, ich möchte sozusagen da Visionär sein'." Es gebe einen großen Investitionsstau seit 2019/2020, und der müsse nun aufgehoben werden, sagt Weißbach.

Die Beschäftigten hätten schon lange in das Unternehmen investiert – auch durch Einkommensverzicht. "Und die fordern jetzt natürlich existenzsichernde Einkommen. Und die sind nicht nur wütend, sondern die sind auch entschlossen und kampfbereit.“