Protest vor dem iranischen Konsulat
picture alliance/dpa/SOPA Images via ZUMA Press Wire | Onur Dogman
Bild: picture alliance/dpa/SOPA Images via ZUMA Press Wire | Onur Dogman Download (mp3, 8 MB)

Interview - Iran-Proteste: Kaddor (Grüne) verteidigt deutsche Haltung

Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hat zu Beginn ihrer Amtszeit eine feministische Außenpolitik versprochen. In Bezug auf die Proteste im Iran fordern nun viele mehr Solidarität. Die innenpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Lamya Kaddor, verteidigt die deutsche Position. Vieles sei in Planung, brauche aber noch Zeit.

Sie glaube daran, dass die Proteste im Iran das Regime massiv schwächen können, insbesondere, wenn die EU aber auch die USA weiter Solidarität mit den Demonstrierenden signalisieren, so Kaddor.

Allerdings müsse man unterscheiden zwischen einem Land wie Russland, das ein anderes überfallen hat, und einem Land, das gegen die eigene Bevölkerung vorgeht. Zudem zeige die Erfahrung, etwa mit dem Krieg in Syrien, dass bestimmte Unterstützungsmaßnahmen auch erfolglos bleiben können. "Also da muss genau überlegt werden, wie machen wir was", sagt Kaddor.

Grünen-Politikerin weist Kritik an Baerbock zurück

 

Kritik, dass Deutschland zu wenig Unterstützung für die Demonstrierenden im Iran zeige, weist Kaddor zurück. "Es wird mehr kommen, nur es dauert halt lange." Man arbeite auf Europäischer Ebene an Wirtschaftssanktionen gegen den Iran. Außenministerin Baerbock habe klar gesagt, das es kein Weiterso im Verhältnis zum iranischen Regime geben dürfe. Nach 40 Jahren, in denen das Mullah-Regime mehr oder weniger toleriert worden sei, könne man das nicht klarer sagen.

Auch auf rbb24inforadio.de

Demonstrierende versammeln sich bei einer Solidaritätskundgebung mit den Demonstrierenden im Iran vor der Staatsbibliothek von Victoria in Melbourne.
AAP

Interview - Protestforscher: Wille der Protestierenden ungebrochen

Im Iran gehen die Proteste gegen die Führung in Teheran weiter. Am Mittwoch kam es landesweit zu Demonstrationen. Dieser Tag sei ein "Meilenstein" für die Bewegung, sagt der Protestforscher Tareq Sydiq vom Zentrum für Konfliktforschung an der Phillipps Universität Marburg.