Jessica Rosenthal, Mitglied des Deutschen Bundestages (SPD) und Vorsitzende der Jusos
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Interview - Rosenthal (SPD): Nicht in die Krise hineinsparen

Trotz höherer Steuereinnahmen nimmt der Bund neue Schulden auf, um die Energiekrise abzufedern. Man müsse das tun, was nötig sei, betont die Bundesvorsitzende der Jusos, Jessica Rosenthal. Sie fordert weitere Entlastungen für Bürgerinnen und Bürger.

Rosenthal fordert die Bundesregierung auf, die finanziellen Hilfen für Bürgerinnen und Bürger auszuweiten. Es sei der falsche Weg, in die Krise hineinzusparen. "Gerade weil wir die Rezession am Firmament erkennen, weil wir wissen, dass alle darunter leiden - letztlich auch die Staatseinnahmen perspektivisch - müssen wir jetzt als Staat in Vorleistung gehen und das abfedern, damit wir Nachfrageeinbrüche und Belastungen ausgleichen können", sagt die Juso-Vorsitzende.

Rosenthal: Nicht an Schuldenbremse festhalten

 

Es sei daher nicht der richtige Schritt, an der Schuldenbremse festzuhalten. Finanzminister Lindner müsse seinen Kurs korrigieren, so Rosenthal. Es müsse jetzt darum gehen zu tun, was nötig ist. Die Bundesregierung habe das Versprechen abgegeben, dass in diesem Herbst niemand allein gelassen wird. "Und wenn wir noch zusätzliche Entlastungen brauchen oder die Gaspreis- oder Strompreisbremse nicht anders finanziert bekommen, als dass wir noch zusätzlich Geld rein geben, dann müssen wir das machen", sagt Rosenthal.

Die SPD-Politikerin bekräftigt die Forderung der Jusos, dass vor Inkrafttreten der Gaspreisbremse im kommenden März nochmals ein Monatsabschlag erstattet wird, so wie es auch im Dezember geplant ist.

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