Demonstrierende halten Zahl 1,5 hoch.
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Interview - UN sieht 1,5-Grad-Ziel verfehlt: "Müssen weiter Druck machen"

Laut der UN-Auswertung der Klimaschutzpläne steuert man auf eine Erwärmung um 2,5 Grad bis zum Ende des Jahrhunderts zu. Thomas Heilmann (CDU), Vorsitzender der Klimaunion, glaubt dennoch an weitere Fortschritte. Jedes Zehntelgrad weniger sei eine Erleichterung.

Es gebe zwar Fortschritte im Kampf gegen die Klimaerwärmung, sie reichten aber bei weitem nicht aus, um das Ziel zu erreichen, den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 Grad bis zum Ende des Jahrhunderts zu beschränken. Das sagt das UN-Klimasekretariat nach Auswertung der Klimaschutzpläne der Unterzeichner des Pariser Klimaabkommens. Es werde eher auf eine Erwärmung von 2,5 Grad hinauslaufen.

Heilmann: Immer mehr Länder wachen auf

 

Diese würde den Meeresspiegel um 150 Meter steigen lassen, betont Heilmann. "Das hat schon ganz enorme Auswirkungen, dagegen ist die Ahrflut eine Kleinigkeit", so der CDU-Politiker. Im Moment geschehe noch nicht genug, um den Klimawandel einzudämmen. "Wir befinden uns noch in der Phase der politischen Findung, das ist in fast allen Ländern so."

Trotzdem hält Heilmann Fortschritte für realistisch. Immer mehr Länder seien aufgewacht, weil die Auswirkungen der Klimakrise an immer mehr Orten zu spüren seien. "Aber es ändert an der Frage nichts [...], dass wir weiter Druck machen müssen, dass wir uns beeilen, weil jedes Zehntelgrad weniger ist eine enorme Erleichterung", so Heilmann. Es gebe viel zu tun.

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