Demonstrierende versammeln sich bei einer Solidaritätskundgebung mit den Demonstrierenden im Iran vor der Staatsbibliothek von Victoria in Melbourne.
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Interview - Protestforscher: Wille der Protestierenden ungebrochen

Im Iran gehen die Proteste gegen die Führung in Teheran weiter. Am Mittwoch kam es landesweit zu Demonstrationen. Dieser Tag sei ein "Meilenstein" für die Bewegung, sagt der Protestforscher Tareq Sydiq vom Zentrum für Konfliktforschung an der Phillipps Universität Marburg.

Tausende Menschen hätten trotz massiver Sperren protestiert und sich auch Gewaltdrohungen widersetzt. "Das hat für mich sehr so ausgesehen, als sei der Wille der Protestierenden ungebrochen", so der Kofliktforscher.

"Es sieht gerade so aus, als hätten die Protestierenden diese wichtige Marke '40 Tage danach' geschafft." Sydiq geht davon aus, dass sich nun ein dauerhafter Protest entwickle. "Die große Frage ist jetzt: Welche Seite hat die höhere Ausdauer?"

Regime müsste direkt mehrere Reformen angehen

 

"Bisher war die Antwort immer: Je größer die Gefahr durch Protestierende ist, desto strikter wird das Regime." Doch selbst wenn das Regime mit einer Öffnung reagieren würde, hätten sich mittlerweile viele verschiedene Themen angestaut. Dazu zählt Sydiq das Tragen des Hijabs, soziale Themen, Korruption, Umweltthemen, sowie die Rolle der Minderheiten.

"Wo würde denn ein Entgegenkommen als erstes stattfinden?" Wenn man Reformen über zwei Jahrzehnte verschlafe, könne man sie nicht innerhalb weniger Wochen so umsetzen, dass alle zufrieden seien, sagt der Konfliktforscher Sydiq und weiter: "Und das ist eben die Herausforderung, mit der sich das Regime gerade beschäftigen muss."

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dpa

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Frankreich, Paris: Ein Mann fährt mit dem Fahrrad vor einem von Clacks-one und Heartcraft Street art signierten Wandbild vorbei, das Frauen zeigt, die ihre Haare abschneiden. Das Wandgemälde illustriert den Protest gegen das brutale Vorgehen iranischer Sicherheitskräfte gegen regierungskritischer Demonstranten.
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