Menschen räumen nach einem Raketenangriff vor einem Haus auf.
picture alliance / abaca
Bild: picture alliance / abaca Download (mp3, 10 MB)

Interview - Militärexperte zum Ukraine-Krieg: Schneller Wiederaufbau nötig

Vor acht Monaten hat Russland die Ukraine überfallen. Ein Ende des Kriegs ist nicht absehbar. In dieser Woche wird dennoch bereits über einen Wiederaufbau gesprochen. Angesichts möglicher Auswirkungen zerstörter wichtiger Infrastruktur sei humanitäre Hilfe der Bundesregierung nötig, sagt Erich Vad, Brigadegeneral a.D.

Die aktuellen russischen Angriffe auf ukrainische Infrastruktur würden die Zivilbevölkerung stark einbeziehen, sagt Brigadegeneral a.D. Erich Vad. Das löse potentiell humanitäre Katastrophen aus - auch regional begrenzte. "Es geht eigentlich nicht nur um die Zivilbevölkerung, aber eben auch", so der frühere militärische Berater von Ex-Kanzlerin Angela Merkel.

Die Zerstörung der Infrastruktur könne gerade im Winter Auswirkungen auf die Bevölkerung haben. "Und da ist es richtig - jetzt auch von Seiten der Bundesregierung -, dass man da humanitär einsteigt. Und dass man auch jetzt perspektivisch schon Wiederaufbaumaßnahmen ins Auge fasst. Das muss ja irgendwann greifen und sehr schnell greifen."

Flächendeckende Luftabwehr in der Ukraine schwierig

 

Neben der humanitären Hilfe sei auch militärische Unterstützung von Deutschland notwendig, sagt Vad. Die Bundesrepublik habe bereits ein exzellentes Abwehrsystem geliefert, doch die Ukraine brauche noch mehr. Durch die Größe des Landes sei allerdings eine flächendeckende Luft- und Raketenabwehr sehr schwer zu bewerkstelligen: "Das wird man eigentlich so nicht hinkriegen. Man wird immer nur Schwerpunkte absichern können, aber nie das ganze Land."

Auch auf rbb24inforadio.de

Trümmer von beschädigten Wohnhäusern in der Ukraine
picture alliance/dpa/Ukrinform

Interview - Schulze zu Ukraine-Wiederaufbau: Internationales Generationenprojekt

Der Wiederaufbau der Ukraine ist in dieser Woche Thema beim deutsch-ukrainischen Wirtschaftsforum und bei einer internationalen Expertenkonferenz. Entwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) findet es wichtig, bereits jetzt darüber zu sprechen. Der Wiederaufbau werde die internationale Gemeinschaft lange begleiten.