Liz Truss geht nach dem Pressestatement zu ihrem Rücktritt zurück in 10 Downing Street.
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Interview - Politikwissenschaftler zu Truss-Nachfolge: Sunak ist Favorit

Die Tory-Partei sucht nach einem Nachfolger für Liz Truss. Im Gespräch ist Ex-Finanzminister Rishi Sunak. Politikwissenschaftler und Labor-Mitgleid Ed Turner erklärt, nach den wirtschaftlichen Krisenwochen wollten die Tories jemandem mit Erfahrungen in der Finanzpolitik.

Für Ed Turner, Politikwissenschaftler an der Aston-Universität Birmingham, ist Ex-Finanzminister Rishi Sunak der Favorit als Nachfolger von Liz Truss als Parteivorsitzender und Premierminister von Großbritannien. Er sei bislang der einzige Kandidat, der die nötigen 100 Unterstützer in der Tory-Fraktion vorweisen könne. "Gerade jetzt, wo die Wirtschaft wirklich diese Krisenwochen erlebt hat, da schauen die konservativen Abgeordneten nach einem ehemaligen Finanzminister für das Amt des Premierministers", sagt Turner.

Turner: Sunak steht für forsche Haushaltskonsolidierung

 

Sunak habe schon bei seiner vorherigen Kandidatur für eine forsche Haushaltskonsolidierung gestanden. Sollte er dieses Mal Parteivorsitzender werden, werde er nach den gescheiterten Plänen von Truss versuchen, die Wirtschaftskompetenz der Konservativen wieder aufzubauen.

Als Labour-Mitglied - Turner ist Vize-Chef des Stadtrats in Oxford - sei er da aber skeptisch: "Unsere öffentliche Infrastruktur ist ziemlich marode. Zum Beispiel im Gesundheitswesen bin ich mir überhaupt nicht sicher, dass da überhaupt gespart werden kann."

Wird Sunak noch am Montag neuer Premier?

 

Nach dem Verzicht von Ex-Premier Boris Johnson bleibe voraussichtlich nur noch Penny Mordaunt als mögliche Gegenkandidatin von Sunak. Nach Einschätzung von Turner scheint es nicht so, als hätte die Präsidentin des Unterhauses noch Erfolg damit, genügend Unterstützung zu sammeln. Falls das so bleibt, würde Sunak noch am Montag neuer Parteichef und Premier.

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Liz Truss gibt vor der 10 Downing Street eine Erklärung ab, in der sie ihren Rücktritt als Premierministerin von Großbritannien bekanntgibt.
Kirsty O'connor/PA Wire/dpa

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