Klimaaktivisten der Gruppe "Letzte Generation" blockieren eine Straße in Berlin.
PRESSCOV via ZUMA Press Wire
Bild: PRESSCOV via ZUMA Press Wire Download (mp3, 7 MB)

Interview - Protestforscher: Klimaaktivisten müssen ungemütlich werden

Aus der Berliner CDU kommen Forderungen, die Klimaschutz-Gruppe "Letzte Generation" zu verbieten. Ihre Mitglieder begingen schwere Straftaten, hieß es. Der Protestforscher Simon Teune macht deutlich, die Aktivistinnen und Aktivisten müssen bei ihren Aktionen aufpassen, dass sie nicht nur stören, sondern auch die Verantwortlichen benennen.

Klima-Aktivisten sind in Berlin gerade sehr aktiv - dringen in Bundesministerien ein, kleben sich auf Autobahnen und vielbefahrenen Straßen. Die Proteste häufen sich, auch in anderen europäischen Hauptstädten, da Anfang November wieder der Weltklimagipfel tagt. Der Berliner CDU-Politiker Christopher Förster hat die Berliner Innensenatorin aufgefordert, die Gruppierung "Letzte Generation" zu verbieten. Und auch Iris Spranger (SPD) sagt, das ist kein Spiel mehr.

Ungemütlich sein als einziges Mittel

Simon Teune ist Protestforscher am Institut für Protest- und Bewegungsforschung an der Technischen Universität Berlin. Er sagt, Hauptzweck der Proteste ist, ihr Anliegen sichtbar zu machen und darauf hinzuweisen, dass in der Klimapolitik etwas passieren muss. Das Zeitfenster, in dem man noch sinnvoll Klimapolitik machen kann, schließe sich. Man brauche diese Aufmerksamkeit, "man muss sozusagen ungemütlich werden, weil andere Mittel nicht funktioniert haben. Und genau das ist die Herausforderung, dass man jetzt eben nicht nur stört, sondern gleichzeitig auch die Verantwortlichen benennt und deutlich macht, wer müsste denn eigentlich handeln."