Reem Alabali-Radovan (SPD), die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, besucht die Taschenmanufaktur Red Rebane und spricht mit Abdulhadi Shehibar aus Syrien
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Interview - Alabali-Radovan: "Meilenstein" in der Migrationspolitik

Mit dem sogenannten "Chancen-Aufenthaltsrecht" will die Bundesregierung langjährig geduldeten Ausländern ermöglichen, die Voraussetzungen für ein Bleiberecht in Deutschland zu erfüllen. Reem Alabali-Radovan, Integrations-Beauftragte der Bundesregierung, sieht darin einen "Meilenstein in der Neuausrichtung der Migrationspolitik".

Wer gut integriert ist in Deutschland, soll bessere Chancen bekommen, zu bleiben. Das ist die Idee des neuen sogenannten "Chancen-Aufenthaltsrechts", das am Mittwoch im Bundestag debattiert wurde. Im Kern geht es darum, dass diejenigen, die fünf Jahre in Deutschland geduldet sind, eine Art Bewährungsjahr bekommen, um sich eine Arbeit zu suchen, die Sprache zu lernen.

Innenministerin Nancy Faeser nennt ihr erstes großes Projekt einen "Neustart in der Migrationspolitik". Aus der Opposition hingegen kommt Gegenwind. AfD und Union befürchten Fehlanreize, der Linken sind die Hürden noch zu hoch.

"Die Menschen wollen arbeiten - dürfen aber nicht"

Reem Alabali-Radovan ist die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration. Sie sieht in dem Vorstoß einen "Meilenstein in der Neuausrichtung der Migrationspolitik. Es geht ja darum, über 135 000 Menschen, die schon bisher keine sichere Perspektive hatten, die trotzdem schon lange bei uns leben, die sich einbringen, dass diese Menschen endlich eine Chance erhalten auf den Zugang zum Arbeitsmarkt, zu Integrationskursen."

Auch für den Arbeitsmarkt sei das gut, so Alabali-Radovan: Die Wirtschaft und Pflegeeinrichtungen bräuchten diese Menschen. "Sie wollen hier arbeiten, dürfen aber nicht – und diesen Zustand beenden wir jetzt endlich."