Rettungskräfte versuchen nach einem Angriff auf ein Energiekraftwerk in Kiew das Feuer zu löschen.
AA
Bild: AA Download (mp3, 9 MB)

Interview - Experte: Russland will mit Infrastruktur auch Moral der Ukraine zerstören

Die russische Armee nimmt immer mehr die kritische Infrastruktur in der Ukraine ins Visier. Bei Luftangriffen ist innerhalb einer Woche fast ein Drittel der Kraftwerke beschädigt worden. Es kommt zu Stromausfällen im ganzen Land. Diese Strategie sei Terror und ein Kriegsverbrechen, meint der Politikwissenschaftler Gerhard Mangott.

 

Nach Meinung des Politikwissenschaftlers Gerhard Mangott, Professor für Internationale Beziehungen an der Universität Innsbruck, entwickelt sich Russlands Strategie im Krieg gegen die Ukraine in Richtung Terror gegen die Zivilbevölkerung. "Man möchte das Leben für die ukrainische Bevölkerung so hart wie möglich machen, insbesondere was die Strom- und Wärmeversorgung im Winter angeht."

Putin setzt auf geschwächte Moral der Ukrainerinnen und Ukrainer

 

Deshalb gebe es verstärkt Angriffe auf Wasserwerke, Fernmeldeeinrichtungen und Elektrizitätswerke, so Mangott und urteilt: "Das ist Terror, das sind auch Kriegsverbrechen." Russlands Präsident Wladimir Putin rechne mit einer geschwächten Moral der Bevölkerung.

Zweites Kalkül: eine neue Flüchtlingswelle anstoßen

 

Er glaube aber nicht, dass dieser Plan aufgehe, sagt Mangott. Der "Widerstandwille" sei sehr groß in der ukrainischen Bevölkerung. Ein zweites Kalkül von Putin sei es, eine neue Fluchtwelle anzustoßen, die in Richtung der Europäischen Union läuft. Somit würden auch zunehmend Arbeitskräfte in der Ukraine fehlen.