Symbolbild: Dürre in Äthiopien
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Interview - Flasbarth: Kampf gegen Armut muss strukturierter geführt werden

Laut dem aktuellen Welthunger-Index müssen knapp 830 Millionen Menschen weltweit hungern. Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, sagt: Die Armut könne bis 2030 beseitigt werden - doch dazu brauche es strukturelle Veränderungen.

Die extreme Armut steigt weltweit. Seit der Pandemie rutschen Menschen weltweit ab – jetzt kommen auch noch die Folgen des Ukraine Kriegs dazu: drastisch steigende Energie – und Lebensmittelpreise. Jeder zehnte Mensch hungert, und auch bei uns gelten im mehr als armutsgefährdet.

Jochen Flasbarth ist Staatssekretär im Entwicklungsministerium. Am Internationalen Tag zur Beseitigung der Armut zeigt er sich weiterhin optimistisch: "Wir können es noch schaffen, bis 2030 die Armut zu beseitigen. Das braucht aber viel politisches Engagement."

Strukturpolitische Unterstützung statt Finanzierung einzelner Projekte

Pandemie und Krieg hätten gezeigt, dass es dringend strukturelle Veränderungen brauche. Man müsse auf vielen verschiedenen Ebenen ansetzen. Ein riesengroßes Thema sei Ungleichheit - Flasbarth unterstützt deswegen einen Vorschlag von Entwicklungsministerin Svenja Schulze, ein "Netz von sozialer Sicherung für alle Menschen auf der Welt" aufzubauen, um das Abgleiten in die Armut zu verhindern.

Man müsse Länder darin unterstützen, Reformen durchzuführen, Korruption zu bekämpfen und in Bildung zu investieren. Einzelne Projekte würden nicht die Fortschritte in der Geschwindigkeit bringen, die man brauche. "Wir müssen das Geld, was wir haben, sinnvoller, gezielter ausgeben. […] Wir werden also nicht über reine Haushaltsmittelzuwächse die Dinge lösen, […] sondern wir müssen strukturpolitisch rangehen."