Eine Heizkostenabrechnung vor einem Heizkörper.
picture alliance / SVEN SIMON
Bild: picture alliance / SVEN SIMON Download (mp3, 9 MB)

Interview - Fuest zu Gaspreisentlastung: Gut, dass Sparanreiz erhalten bleibt

Die Gaskommission schlägt eine Entlastung in zwei Stufen vor: Der Staat soll die Abschlagszahlung im Dezember übernehmen, ab März 2023 soll zudem eine Preisbremse greifen. Clemens Fuest, Präsident des Ifo-Instituts findet, dass die Kommission damit innerhalb der politischen Vorgaben gute Arbeit gemacht habe.

Es sei die politische Vorgabe für die Gaskommission gewesen, breite Entlastungen für die Menschen in Deutschland vorzuschlagen, so Clemens Fuest, Präsident des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung. Mit Blick auf die nun vorgestellten Konzepte sagt er: "Natürlich kann man jetzt fragen, wie zielgenau ist das Ganze - und muss das auch fragen. Aber die Vorgabe war eben, im Gasmarkt etwas zu tun, also zu entlasten, und gleichzeitig Sparanreize aufrechtzuerhalten."

Innerhalb der politischen Vorgaben habe die Gaskommission gute Arbeit gemacht, findet Fuest. "Es ist also nicht so, dass man jetzt sagen kann: Es gibt eine Gaspreisbremse, wir können beruhigt die Heizung aufdrehen. Das ist auch ganz wichtig, dass das kommuniziert wird jetzt bei den Beschlüssen der Politik."

Einkommensabhängige Prämie als Alternative

 

Kritisch an der geplanten Übernahme der Dezember-Abschläge sieht Fuest, dass diejenigen, die eine große Wohnung haben und viel Gas in der Vergangenheit verbraucht haben, stärker entlastet würden. "Die Kommission hat ja selbst gesagt, es wäre eigentlich besser, eine einkommensabhängige generelle Prämie zu zahlen." Die Politik habe aber vorgegeben, dass man sich erst einmal auf den Gasmarkt konzentriere.

Auch auf rbb24inforadio.de

Ein Gaszähler in einem Wohnhaus.
picture alliance/Fotostand

Interview - Ferber (CSU) gegen EU-Gaspreisdeckel - "brutales Instrument"

Die Staats- und Regierungschefs der EU beraten am Freitag in Prag über Wege aus der Energiekrise. Dabei geht es auch um einen möglichen europaweiten Gaspreisdeckel. Wirtschaftspolitiker Markus Ferber (CSU), Mitglied der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament, sieht den Vorschlag kritisch.