Michael Vassiliadis beim Festakt 25 Jahre erfolgreich - IGBCE im Verwaltungsgebäude der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie.
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Interview - IG BCE zur Energiekrise: "Wir müssen uns beeilen"

Das 25-jährige Jubiläum der IG Bergbau, Chemie, Energie wird von der Energiekrise überschattet. Ihr Vorsitzender Michael Vassiliadis kritisiert, dass die Politik in der Vergangenheit fahrlässig gehandelt habe. Bei der Lösung der Probleme sei jetzt Eile geboten.

Vassiliadis betont, es gebe natürlich gute Gründe dafür, zum Beispiel aus der Kohle auszusteigen. Er kritisiert aber, dass es keinen "klaren Plan" gegeben habe, wie Deutschland in neue Energien einsteigen und die Infrastruktur dafür aufbauen kann. "Wir haben doch ein bisschen fahrlässig daran gearbeitet - das war immer meine Warnung", so der Gewerkschaftschef. "Jetzt müssen wir uns maximal beeilen und diesen Druck werden wir natürlich auch weitergeben."

Zwar habe der Krieg gegen die Ukraine alles beschleunigt, so Vassiliadis. "Aber die Grundlage dafür, dass das knapp ist, dass es von der Vorgehensweise und Konzeption nicht ausreichend ist, das war sichtbar." Deswegen sei der Druck jetzt noch viel höher, sagt der IG-BCE-Vorsitzende. "Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder konzentrieren wir uns jetzt und bringen das auf den Weg oder es wird wirklich schwierig."

Das Vorgehen der Bundesregierung beim neuen Entlastungspaket findet Vassiliadis in Ordnung: "Man hat einen Rahmen gesetzt, der finanziell zur Verfügung steht - der ist nennenswert." Der Gewerkschaftschef ist Mitglied einer Expertenkommission der Bundesregierung, die bald einen Vorschlag vorlegen will, wie die Belastung der Menschen durch die hohen Energiepreise begrenzt werden kann. "Wir beeilen uns sehr, weil natürlich auch draußen bei den Menschen der Druck jetzt auch da ist." Die Kommission gehe an diesem Wochenende in Klausur und könne danach hoffentlich schon Antworten geben.

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