Dachdeckerarbeiten, Neueindeckung eines Ziegeldaches
CHROMORANGE
Bild: CHROMORANGE Download (mp3, 6 MB)

Interview - Handwerkskammer: "Betriebe stehen mit dem Rücken zur Wand"

Die Kosten für Energie und Rohstoffe steigen - dem Handwerk ist es kaum noch möglich, die eigenen Preise zu halten. "Die Betriebe brauchen jetzt ein klares Signal", sagt Jürgen Wittke von der Berliner Handwerkskammer. Doch aus der Politik fehlten weiterhin konkrete Hilfszusagen.

Ein klares Signal sei am Dienstag bei den nachgeholten Bund-Länder-Beratungen leider wieder ausgeblieben, kritisiert Wittke. Dabei sei es dringend nötig. "Viele Betriebe stehen wirklich mit dem Rücken zur Wand", so der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Berlin. Ihre Planungssicherheit stehe auf dem Spiel. "Die Kosten laufen ja jeden Tag auf", so Wittke.

Natürlich müssten Maßnahmen des Bundes rechtssicher sein, das sei klar, sagt er. Aber es müsse zumindest sehr bald konkrete Eckpunkte geben. "Die Betriebe und die Belegschaften dieser Betriebe interessiert jetzt wirklich nicht die genaue Kostenteilung zwischen Bund und Ländern", erklärt Wittke. "Ich glaube, jedem ist klar, dass man jetzt nicht die Energiepreise von 2021 einfrieren kann." Aber viele Betriebe hätten nun einfach Angst, dass sie wegen der explodierenden Preise dichtmachen müssten.

Vor allem kleine Betriebe "sterben leise", meint der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer. Das mache sich zum Beispiel bei vielen Unternehmern "im Ernährungsgewerk" bemerkbar. "Die haben ja schon private Rücklagen reingesteckt, um diese Zeit der Corona-Einschränkungen zu überleben", erklärt Wittke. "Das heißt, da ist einfach nix mehr." Deswegen seien nun wirklich schnelle Ansagen aus der Politik nötig, damit die Betriebe kalkulieren könnten.

Auch auf rbb24inforadio.de

Beginn des Bund-Länder-Treffens
picture alliance/dpa | Bernd von Jutrczenka

Interview - Wirtschaftsexperte Westphal (SPD): "Gefahr, Fehler zu machen, ist sehr groß"

Die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten haben mit Bundeskanzler Olaf Scholz über das neue Entlastungspaket gesprochen. Dabei herausgekommen ist - nichts. Wirtschaftsexperte Bernd Westphal (SPD) bittet um Verständnis: Man sei im Krisenmodus, es ginge um sehr komplexe und komplizierte Dinge und die Gefahr, Fehler zu machen, sei sehr groß.

Berlins Finanzsenator Daniel Wesener (Grüne) während eines Interviews in seinem Büro in Berlin.
IMAGO / Emmanuele Contini

Interview - Finanzsenator Wesener: "Es geht um eine faire Lastenverteilung"

Beim geplanten dritten Entlastungspaket gibt es noch viele Fragezeichen – vor allem bei der Finanzierung. "Für Berlin bedeuten die jetzigen Pläne der Bundesregierung Mindereinnahmen in Höhe von einer Milliarde Euro in diesem und im nächsten Jahr", sagt Berlins Finanzsenator Daniel Wesener (Grüne).