Bundespressekonferenz: Gemeinschaftsdiagnose Herbst 2022 der Wirtschaftsforschungsinstitute
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Interview - Herbstgutachten: Institute erwarten Rückgang der Wirtschaftsleistung

Die führenden Wirtschaftsinstitute erwarten angesichts der Energiekrise, dass die Konjunktur einbricht. Das gehe einher mit einem "permanenten Wohlstandsverlust". Auch Stefan Kooths vom Kieler Institut für Weltwirtschaft spricht von einem heftigen Einschlag - sieht aber Besserung Mitte 2023.

In ihrem gemeinsamen Herbstgutachten rechnen die führenden deutschen Wirtschaftsinstitute mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,4 Prozent. Das sei keine gute Nachricht, sagt Volkswirt Stefan Kooths vom Kieler Institut für Weltwirtschaft. Positiv sei aber: Man rechne nicht mit einer "Gasmangellage", so Kooths. Die Industrie könne die nächsten zwei Winter voraussichtlich mit ausreichend Gas versorgt werden.

Krise durch Zuspitzung auf den Gasmärkten

 

Die Zuspitzung auf den Gasmärkten bedeute für Deutschland aber einen "permanenten Wohlstandsverlust", meinen die Wirtschaftsforscher. Vor diesem Hintergrund sei mit einem massiven Verlust an Kaufkraft zu rechnen. Der "Einschlag" sei ziemlich heftig, so Kooths. Es sei auch bitter für die Industrie, die gerade dabei war, sich von Corona-Krise zu erholen.

Kooths: Konjunktur wird Mitte 2023 anziehen - aber nur leicht

 

Kooths rechnet aber nicht mit "einem Strudel nach unten". Die Konjunktur werde voraussichtlich Mitte nächstes Jahr wieder etwas anziehen - dann allerdings, und auch das sei eine schlechte Nachricht, "auf niedrigem Niveau".