ARCHIV - 09.05.2022, Russland, Moskau: Russische Soldaten marschieren bei der Militärparade zum "Tag des Sieges" durch Moskau
dpa
Bild: dpa Download (mp3, 9 MB)

Interview - Nouripour: "Schlechte Nachricht für Frieden in Europa"

Als Reaktion auf die Teilmobilmachung Russlands bereitet die EU neue Sanktionen vor. Der Grünen-Vorsitzende Omid Nouripour begrüßt das: Russland sei nicht auf Verhandlungen aus, sondern bereite sich auf einen langen Krieg vor.

Der Vorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Omid Nouripour, hat die Teilmobilmachung in Russland als schlechte Nachricht für Frieden in Europa bezeichnet. Er führte aus: "Es ist offensichtlich, dass der Druck auf den Kreml gewaltig ist. Durch die großen Geländegewinne der Ukraine müssen sie jetzt umschwenken. Dementsprechend fahren sie die Eskalationsstufe hoch."

"Sie sind nicht darauf aus, bald Verhandlungen zu führen"


Nouripour begrüßte weitere EU-Sanktionen gegen Russland. "Wenn man bedenkt, dass die Teilmobilmachung durch die russische Seite einen Vorlauf braucht, dass die Leute erst eingezogen, eingekleidet, ausgebildet werden müssen, dann muss man davon ausgehen, dass Russland das jetzt als Vorbereitung auf den Frühling macht. Das heißt, sie sind nicht darauf aus, bald Verhandlungen zu führen, sondern bereiten sich auf einen langen Krieg vor", so der Außenexperte. "Dementsprechend gilt es einen langen Atem zu haben und deshalb ist es richtig, dass nächste Sanktionen vorbereitet werden."

EU-Außenminister einhellig für weitere Sanktionen

Russland muss wegen der Eskalation des Ukrainekriegs mit weiteren Sanktionen rechnen. Nach einer Sondersitzung der EU-Außenminister sagte der Außenbeauftragte Borell, es gebe dafür einhellige Zustimmung. Die Sanktionen würden auf die russische Wirtschaft und Einzelpersonen abzielen.