Solarmodule einer Photovoltaikanlage stehen auf dem Dach der Frankfurt School mit der Skyline von Frankfurt/Main im Hintergrund.
dpa
Bild: dpa Download (mp3, 9 MB)

Interview - Energiekrise: Salzgitter AG befürchtet Firmen-Abwanderung

Die Energiekrise stand an diesem Donnerstag im Mittelpunkt des Klimakongresses des Bundesverbandes der Deutschen Industrie. Gunnar Groebler, Vorstandschef der Salzgitter AG, sagt, sein Unternehmen werde wohl durch den Winter kommen, es sei aber denkbar, dass ganze Industrien aus Europa abwandern.

Der Vorstandschef des Stahlunternehmens Salzgitter AG, Gunnar Groebler, blickt angesichts weiter steigender Energiepreise mit großer Sorge auf den Winter. "Wir sehen Energiepreise die sich vervielfacht haben. Wir sehen zwar auch, dass die Bundesregierung hier mit Hilfsmaßnahmen dagegen wirkt. Aus meiner Sicht wird das aber noch nicht reichen", sagt Groebler.

Der CEO der Salzgitter AG fordert ein ganzheitliches Konzept, um die Deutsche Industrie abzusichern. Mit den derzeitigen Gaspreisen seien einige Unternehmen stark gefährdet, über den Winter zu kommen. Notwendig sei deshalb auch die Klärung struktureller Fragen, damit die Unternehmen nicht aus Europa abwanderten. "Ich kann für mein Unternehmen sagen, wir haben keine Abwanderungsgedanken. Wir sind im wesentlichen gut vorbereitet auf den Winter, aber es wird anstrengend", so Groebler.

Energiekrise als Chance?


Gleichzeitig betont Groebler, dass die Anstrengungen für den Klimaschutz weiter aufrechterhalten werden. Aus seiner Sicht wäre es fatal, die Energiekrise nicht als Chance zu begreifen, so der Salzgitter-Chef. "Ich würde ganz klar appellieren, dass wir die Transformation in Richtung erneuerbarer Energien und die Transformation in Richtung mehr Klimaschutz eher noch beschleunigen."

Die Hitze dieses Sommers habe gezeigt, dass erhebliche Auswirkungen des Klimawandels auch die Industrie erheblich treffen. Als Beispiel nannte er die ausgetrockneten Wasserverkehrswege und die Abschaltung von Kraftwerken.