Symbolbild: Temporäre Spielstraße in Berlin
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Interview - Autofreier Tag in Berlin: Die Stadt anders erleben

In Berlin kann am Donnerstag - am internationalen autofreien Tag - der ÖPNV kostenlos genutzt werden. Außerdem werden 37 Nebenstraßen am Nachmittag zu Spielstraßen. Roland Stimpel vom FUSS e.V. sieht den Tag als Einladung, die Stadt anders zu erleben.

Die Kontrolleure in Berlin haben heute frei - oder einen Schulungstag. Denn heute müssen keine Fahrscheine in Bus und Bahn vorgezeigt werden. Am 22. September ist der internationale autofreie Tag. Der Berliner Senat, die BVG und S-Bahn haben entschieden: heute kostet der Nahverkehr nichts. Berlin ist schon zum dritten Mal dabei. Doch in der Vergangenheit merkte man nicht viel vom autofreien Tag. Vor allem im Berufsverkehr waren die Straßen genauso voll wie immer.

Verhaltensänderung durch Erleben

Roland Stimpel aus dem Bundesvorstand FUSS e.V. versucht, gegenzuhalten. Er setzt sich für die Belange von Fußgängern ein und sieht den Sinn des Tages nicht darin, etwas zu verbieten. Er versteht den autofreien Tag als Einladung, die Stadt anders zu erleben. Vor allem die zu Spielstraßen umgewidmeten Nebenstraßen würden zum Spielen und Plaudern einladen. Jeder könne sich überlegen, sich anders zu bewegen: "Heute lass ich mich fahren, statt selber im Stau zu stehen und mich darüber zu ärgern, über all die Anderen, die mit mir diesen Stau bilden. Und die Einladung, zu sagen 'Guckt mal, wie man mit weniger Auto oder ohne Auto auch mal leben kann' finde ich eine sehr gute Sache." Das ändere nicht sofort die ganze Stadt, aber es trage dazu bei, für andere Fortbewegungsmöglichkeiten offener zu werden.