Mit Merkzetteln gegen das Vergessen - Bei vielen Alzheimerkranken beginnen die Symptome erst ab 65 Jahren (Bild: dpa / Christin Klose)
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Interview - Welt-Alzheimertag: Unbedingt den Anzeichen auf den Grund gehen

Alzheimer ist oft sehr schwer von normalen Alters-Symptomen zu unterscheiden. Doch die häufigste Form der Demenz lässt sich schon früh diagnostizieren. Wie das geht und warum es wichtig ist, Alzheimer für zu erkennen, erklärt Prof. Dr. René Thyrian von der Deutschen Alzheimer Gesellschaft am Welt-Alzheimertag.

Plötzlich kann man sich nicht mehr erinnern – wichtige Dinge oder Termine verschwinden einfach aus dem Gehirn. Oft lautet dann die Diagnose: Alzheimer. Oder auch Alzheimer-Demenz. Eine gefürchtete Krankheit. Nicht nur bei Betroffenen, sondern auch bei Angehörigen. Da verliert ein geliebter Mensch Stück für Stück seine Persönlichkeit, sein Mensch-sein.

Prof. Dr. René Thyrian ist Vorstandsmitglied der Deutschen Alzheimer Gesellschaft und forscht in Greifswald am Deutschen Zentrum für neuro-degenerative Erkrankungen. Am Welt-Alzheimertag sagt er, dass er im Moment von einer Zahl von 1,8 Millionen Menschen mit einer Demenz in Deutschland ausgehe. Das sei eine hohe Zahl, bewege sich aber auf bekanntem Niveau.

Demenz und normales Altern sind schwer auseinanderzuhalten

Es gebe frühe Anzeichen im Alltag, so der Mediziner: "Vergesslichkeit, sprachliche Probleme, man kann sich nicht mehr so richtig orientieren, es gibt Aufmerksamkeitsprobleme oder auch teilweise Verhaltensprobleme. Das ist alles sehr schwierig zu unterscheiden vom ganz normalen Altern. […] Hier ist es wichtig, dass es andauernde und fortschreitende Veränderungen sind."

Wer also bei sich selbst solche Anzeichen entdecke oder von anderen darauf hingewiesen werde, solle unbedingt zum Hausarzt oder in eine Gedächtnisambulanz gehen und eine umfangreiche Anamnese machen lassen.

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