Eine Krankenpflegerin schiebt ein Krankenbett durch einen Flur
dpa
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Interview - Pflegerats-Chefin: In zehn Jahren werden 500 000 Pflegekräfte fehlen

Schon lange ist von einem Pflegenotstand in Deutschland die Rede. Dieser werde sich weiter verschlimmern - hin zu einem Mangel von bis zu einer halben Million Fachkräften, meint die Präsidentin des Deutschen Pflegerates Christine Vogler. Dem Personal gehe es nicht um mehr Geld, sondern um mehr Kolleginnen und Kollegen.

Rund 200 000 Pflegekräfte fehlen derzeit in Deutschland, Tendenz steigend. Seit langem schon ist von einem Pflege-Notstand die Rede. Ein Ausweg scheint nicht in Sicht - das sagt auch die Präsidentin des Deutschen Pflegerates Christine Vogler.

Pflegekräftemangel: "Das ist schon dramatisch"

 

Die Situation sei wie vor der Corona-Krise und währenddessen weiterhin extrem angespannt, so Vogler. Man schaffe es nicht, ausreichend Personal auszubilden. Ihre Prognose: Deutschland werde in zehn Jahren bei einem Mangel von Pflegefachpersonen von 500 000 landen. "Das ist schon dramatisch."

Bedingungen verursachen zusätzlichen Mangel

 

Auch wenn in der Vergangenheit von vielen Seiten immer wieder Wertschätzung betont wurde und es etwas mehr Geld gegeben habe, sei die Wirkung größtenteils ausgeblieben, meint Vogler. "Wir brauchen Menschen." Um Beruf, der erlernt wurde, überhaupt ausüben zu können, fehlten Kolleginnen und Kollegen. Da gehe es meist gar nicht um mehr Geld, sondern um mehr Personal. Wegen dieser Belastung haben viele Kräfte ihre Arbeitszeit reduziert oder seien ganz rausgegangen.