Gesine Lötzsch, stellvertretende Vorsitzende der Bundestagsfraktion der Linken (Bild: IMAGO / photothek)
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Interview - Lötzsch: "Es wird zu keiner Spaltung der Partei kommen."

Nach dem Eklat um die russlandfreundlichen Aussagen von Sahra Wagenknecht im Bundestag steht die Linkspartei vor der nächsten Zerrreißprobe. Sogar ein Auseinanderbrechen der Bundestagsfraktion scheint möglich. Die Linken-Politikerin Gesine Lötzsch geht nicht davon aus. Sie sagt, es sei Aufgabe der gesamten Bundestagsfraktion, die Positionen der Partei immer wieder prominent zu formulieren.

Burgfrieden wird es genannt, wenn alle Seiten sich zum Stillhalten verpflichten, der Streit aber nicht wirklich gelöst ist. Doch zumindest hat die Bundestagsfraktion der Linken ihren Richtungsstreit entschärft, nachdem sich die Abgeordnete Sarah Wagenknecht im Bundestag russlandfreundlich geäußert hatte. Die Bundesregierung breche einen beispiellosen Wirtschaftskrieg gegen Russland vom Zaun, sagte Wagenknecht da. Dafür gab es heftige Kritik aus der Fraktion, die Ankündigung von Partei-Austritten und Forderungen Wagenknecht solle nicht mehr für die Fraktion sprechen.

Fraktion muss zusammenstehen

Die Linken-Bundestagsabgeordnete Gesine Lötzsch ist stellvertretende Fraktionsvorsitzende und nach einer Fraktionssitzung am Dienstag ist sie sich sicher, dass es zu keiner Spaltung der Partei kommen wird. Sie blickt optimistisch in die Zukunft: "Ich habe schon viel 'Auf und Ab' erlebt. Und letztendlich ist es wichtig, dass wir unsere sozialpolitischen, unsere Friedenspositionen immer wieder ganz prominent formulieren. Und das ist die Aufgabe der gesamten Fraktion." Grundlage dafür ist ein Kompromiss, auf den man sich nach dem Eklat geeinigt hatte: Abgeordnete müssen bei Reden im Namen der Fraktion deren Linie vertreten. "Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, die da beschlossen wurde", so Lötzsch. Man müsse nun alles dafür tun, dass die Linke nicht weniger Mitglieder bekommt, sondern mehr.