Gelb blühende Rapsfelder und grüne Felder bei Ahrensfelde leuchten bei sonnigem Wetter (Bild: dpa / Monika Skolimowska)
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Interview - Vogel zu Bodenpreisen: Die Lage ist sehr ernst

Die Kaufpreise für Ackerflächen haben sich in Deutschland in den letzten zehn Jahren fast verdreifacht. In Brandenburg gehört inzwischen fast die Hälfte der Flächen großen Agrarunternehmen. Brandenburgs Landwirtschaftsminister Axel Vogel sagt, Investoren würden seit einiger Zeit massiv Boden aufkaufen.

Alles wird teurer - erst recht die Schaffung von Eigentum. Einer der Hauptgründe ist, dass die Bodenpreise durch die Decke schießen. Das ist nicht nur ein Problem für Leute, die bauen wollen, sondern erst recht für Bauern. Die Preise für Ackerflächen haben sich in Deutschland in den letzten zehn Jahren fast verdreifacht. Kleine Bauern können da nicht mehr mithalten. Große Betriebe profitieren. In Brandenburg gehören inzwischen fast die Hälfte der Flächen großen Agrarunternehmensgruppen.

Investoren nutzen das knappe Gut für sich

Kann das Land Brandenburg diesen Ausverkauf stoppen? Der Bündnis-Grüne Landwirtschaftsminister Brandenburgs, Axel Vogel, sagt, die Lage sei sehr ernst. Außerlandwirtschaftliche Investoren würden seit einziger Zeit massiv Boden aufkaufen. Das habe einen sehr einfachen Grund: "Boden ist nicht vermehrbar. Boden steigt im Preis. Boden, landwirtschaftlicher Boden, wirft auch Pacht ab - auch in Zeiten von Null-Zins-Politik. Und von daher ist die Begier nach diesen Flächen natürlich gewaltig."

Bundesgesellschaft als Preistreiber

Eine große Rolle spielt die Bodenverwertungs- und verwaltungs GmbH BVVG, die Ackerflächen in Ostdeutschland verkauft - eine Bundesgesellschaft. Vogel bezeichnet die BVVG als "Preistreiber allererster Güte". Sie verkaufe regelmäßig zu Preisen, die über dem Durchschnitt der landwirtschaftlichen Bodenpreise in Brandenburg liegen. Damit würden auch die Pachtpreise in die Höhe getrieben. "Wir sind deswegen mehrfach beim Bund vorstellig geworden, auch mit der Forderung, die Flächen auf die Länder zu übertragen. Der Ministerpräsident, die Ost-Ministerpräsidenten sind vorstellig geworden. Wir sind immer an den Finanzministern gescheitert. Das hat sich jetzt ein Stück weit geändert, weil in der Koalitionsvereinbarung auf Bundesebene festgehalten ist, dass diese Flächen nicht mehr verkauft werden sollen, sondern nur verpachtet - und das ausschließlich an ökologisch und nachhaltig wirtschaftende Betriebe." Diese Vereinbarung werde jedoch teilweise ausgehebelt, weil die BVVG auch bei der Vergabe von Pachten nach dem Höchstpreisangebot entscheide.