Symbolbild: Ein Mann und eine Frau liegen im Bett und schauen jeweils auf ihr Smartphone (Bild: IMAGO / Shotshop)
IMAGO / Shotshop
Bild: IMAGO / Shotshop Download (mp3, 8 MB)

Interview - Reinhardt: "Freizeit findet in den eigenen vier Wänden statt"

Seit 40 Jahren beschäftigt sich der Freizeit-Monitor der Stiftung für Zukunftsfragen damit, was die Deutschen in ihrer Freizeit machen. Studienleiter Professor Ulrich Reinhardt sagt, die Deutschen sind fauler geworden.

Im Internet surfen, Fernsehen, am Computer sitzen, Musik hören, E-Mails schreiben und lesen, am Smartphone hängen und Radio hören. Das sind laut Freizeit-Monitor 2022 die beliebtesten regelmäßigen Freizeitbeschäftigungen der Deutschen. Das klingt erstmal wenig abwechslungsreich und vor allem nach einem Volk der Stubenhocker.

Passive Aktivität im Kommen

Der wissenschaftliche Leiter der Studie, Prof. Ulrich Reinhardt, sagt, das liegt nicht nur an der Corona-Pandemie, sondern auch ein wenig daran, dass viele Menschen das Gefühl haben, dass sie sich ein teures Freizeitvergnügen nicht regelmäßig leisten können. Der Hauptgrund aber sei ein anderer: Die Deutschen seien fauler geworden. Freizeit findet in erster Linie passiv statt, sagt Reinhardt. "Wir wollen uns eher unterhalten lassen, berieseln lassen, informieren lassen. Und wir wollen eben nicht unbedingt sehr aktiv sein. Aktivitäten sind eher das Highlight der Woche, wenn nicht gar des Monats. Also kaum ein Deutscher geht jetzt wöchentlich ins Kino oder wöchentlich ins Theater." Auch Freunde treffe man eher am Wochenende als unter der Woche.

Social Media auf der Überholspur

Auch Social Media gilt als attraktive und populäre Freizeitbeschäftigung. Sie wird erstmals in den Top Ten geführt - Tendenz steigend. Das liege vor allem darin begründet, dass Menschen aus den sozialen Netzwerken, wie Instagram und Tik Tok, Bestätigung ziehen.