Schilder mit der Aufschrift "Rosneft-Deutschland" sind am Briefkasten der Rosneft-Deutschland-Zentrale in der Behrenstraße angebracht.
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Interview - Kellner (Grüne): "Heute ist ein guter Tag für Schwedt"

Das russische Unternehmen Rosneft ist Mehrheitseigner der PCK-Raffinerie in Schwedt (Oder). Da es nicht bereit war, auf russisches Öl zu verzichten, stellt die Bundesregierung Rosneft Deutschland für ein halbes Jahr unter Treuhandverwaltung der Bundesnetzagentur. "Damit sichern wir die Existenz und die Versorgungssicherheit in der Region und für Ostdeutschland", sagt Staatssekretär Michael Kellner (Grüne).

Immer mehr Firmen hätten nicht mehr mit der PCK zusammenarbeiten wollen, weder als Lieferanten noch als Abnehmer, erklärt Kellner - "weil sie nicht mit einem russischen Staatskonzern zusammenarbeiten wollen". Das sei zu einem großen Problem geworden und der entscheidende Punkt für den Einsatz der Bundesnetzagentur als Treuhänderin.

Dadurch würden die Bedenken wegfallen und die Zusammenarbeit und der Verkauf könnten wieder funktionieren, sagt der Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium. Die Bundesregierung halte mit der Treuhandverwaltung Wort und sichere die Beschäftigten und die Zukunft des Standorts ab. "Die Treuhandlösung gibt uns die Möglichkeit, […] dass wir diese Arbeitsstruktur Rosneft mit einer neuen Geschäftsführung am Laufen halten können."

Russland sei ein sehr unsicherer Lieferant, betont der Grünen-Politiker. "Sie setzen Energie als Waffe ein - das haben wir ja schon im letzten Jahr gesehen, als die Gasspeicher leer waren", sagt Kellner. "Wir wollen ja auch verhindern, dass Russland diesen Krieg finanziert und da ist das jetzt auch ein weiterer Nadelstich."

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