Symbolbild: Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg
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Interview - Brandenburgs CDU-Chef hält Berlins 29-Euro-Ticket für populistisch

Das für Berlin geplante 29 Euro-Ticket für den ÖPNV als Übergangslösung nach dem bundesweiten 9-Euro-Ticket könnte am Widerstand Brandenburgs scheitern. Jan Redmann, CDU-Fraktionsvorsitzender im Brandenburger Landtag, ist sauer auf die Hauptstadt und hält es für einen Fehler.

Das für Berlin geplante 29 Euro-Ticket belastet die Beziehungen mit Brandenburg. Der Landrat des Kreises Märkisch-Oderland, Gernot Schmidt, hatte zunächst ein Veto eingelegt gegen die Dringlichkeitssitzung des VBB-Aufsichtsrats, die für diesen Donnerstag geplant ist. Er habe die Unterlagen nicht rechtzeitig erhalten, hieß es zur Begründung. Das Veto zog er aber am Morgen zurück.

Redmann spricht von "vorgezogenem Wahlkampfgeschenk"

 

In dem Gremium haben Vertreter Brandenburgs die Mehrheit, von denen zuletzt skeptische Stimmen zu hören waren - dazu zählt auch Jan Redmann, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Brandenburger Landtag. Für ihn sei das Übergangsticket nach Auslaufen des bundesweiten 9-Euro-Tickets "populistische Politik", so Redmann. Er spricht mit Verweis auf mögliche Neuwahlen nach den Pannen im vergangenen Jahr von einem "vorgezogenen Wahlkampfgeschenk".

Nahverkehr im ländlichen Raum mehr ausbauen

 

Er halte den Vorschlag Berlins für grundsätzlich falsch, sagt Redmann. Es gebe viel dringendere Anliegen. In Brandenburg etwa müsse der Nahverkehr im ländlichen Raum stärker ausgebaut werden. Es gebe andere Prioritäten im Land als pendelnde Brandenburgerinnen und Brandenburger im C-Tarifgebiet - das sei eine typische Berliner Sicht.