Frank Werneke, Verdi-Bundesvorsitzender, spricht auf einer Kundgebung.
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Interview - Verdi-Chef: Verfünffachung der Abschlagszahlung sorgt für Not

Zur Energiekrise tagen erneut Bundesregierung, Arbeitgeber und Gewerkschaften in einer "konzertierten Aktion". Für Frank Werneke, Chef der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, ist klar: Die "rasante Preisentwicklung von Gas" muss ein großes Thema sein - auch ein Gaspreisdeckel sollte besprochen werden.

Im Kanzleramt treffen sich an diesem Donnerstag wieder Regierungsmitglieder mit Vertretern der Wirtschaft und der Gewerkschaften zur sogenannten "konzertierten Aktion". In der Runde soll besprochen werden, wie mit den Risiken des wirtschaftlichen Abschwungs und der anhaltenden Inflation umgegangen werden kann.

Verdi: Abschlagszahlungen verursachen schon jetzt große Not

 

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat die Arbeitgeber aufgefordert, ihren Beschäftigten eine Inflationsprämie von bis zu 3000 Euro netto zu zahlen. Der Chef der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Frank Werneke, unterstützt die Idee - allerdings dürften solche Zahlungen nicht nur freiwillig sein. Es gebe zum Teil eine Verfünffachung der Abschlagszahlungen - das sorge "für große Not".

Gaspreisdeckel soll diskutiert werden

 

Auch seien die Prognosen zur Inflation nicht gut, auch deshalb brauche es dauerhaft steigende Löhne und nicht nur Einmalzahlungen, so Wernke. Dabei müssten vor allem jene überproportional bedacht werden, die in den unteren Einkommensgruppen sind. Auch ein Gaspreisdeckel sollte angesprochen werden - andere Länder haben ihn schon eingeführt.

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