Martin Schirdewan spricht beim Bundesparteitag der Linken in Erfurt.
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Interview - Schirdewan (Linke) fordert Gaspreisdeckel für Haushalte

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen will am Mittwoch konkrete Notfallmaßnahmen gegen die hohen Strompreise präsentieren. Die Abschöpfung von Übergewinnen sei eine gute Idee, sagt der EU-Parlamentarier Martin Schirdewan (Linke). Es brauche aber auch einen Gaspreisdeckel für die Bevölkerung.

Von der Leyen müsse den Menschen eine Antwort darauf geben, wie sie durch den Winter kommen, ihre Energiepreise bezahlen und mit den gestiegenen Lebensmittelkosten umgehen sollen, so Schirdewan.

Schirdewan: Massiver Ausbau erneuerbarer Energien

 

Die Regulierung des Strommarktes sei eine interessante Idee, ebenso wie der Vorschlag, dass Unternehmen Übergewinne an den Staat abführen, um etwa gezielte Entlastungen für die Bevölkerungen zu finanzieren. Zudem brauche es aber auch einen Gaspreisdeckel für die Bevölkerung."Und zwar in dem Sinne, dass es ein gut finanzierbares Grundkontingent gibt, damit die Leute wissen, wie sie im Winter noch heizen oder duschen oder auch einfach kochen sollen", sagt der Co-Vorsitzende der Linken. Hier fehle es noch komplett an Vorschlägen der EU-Kommission.

Zudem müsse darüber nachgedacht werden, wie die EU von fossilen Brennstoffen unabhängig werden könne. "Dafür braucht es Investitionen in die Energiewende, dafür braucht es dann auch die entsprechende Unterstützung von erneuerbaren Energien", so Schirdewan.