Symbolbild: Gasflamme
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Interview - Nestle (Grüne): Die Gasumlage ist ein sinnvolles Instrument

Das Bundeskabinett berät über eine Nachbesserung der Gasumlage. Es soll darauf geschaut werden, welche Unternehmen tatsächlich auf Hilfe angewiesen sind. Das unterstützt auch Ingrid Nestle, die Sprecherin für Klimaschutz und Energie bei den Grünen im Bundestag.

Die Kritik entzündet sich an Unternehmen, die in der Krise Gewinne machen. Das soll nun korrigiert werden, dass diese auch von der Gasumlage profitieren, so Nestle. Es sollen nur Gasimporteure unterstützt werden, die von den russischen Ausfällen betroffen sind und Verluste gemacht haben. Damit seien nicht solche Unternehmen gemeint, die in anderen Sparten so hohe Gewinne machen, dass sie ihre Verluste selbst tragen könnten. An dieser Stelle werde man nachjustieren. Außerdem sollten Energieversorger einen relevanten Anteil im deutschen Markt haben, um Unterstützung zu erhalten. Wer von der Gasumlage profitiert, solle zudem keine Dividenden und Boni auszahlen dürfen. Hierfür muss es gesetzliche Vorgaben geben, so die Grünen-Politikerin.

Lob für Habeck


Ingrid Nestle lobt ihren Parteikollegen, Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck. Er "hat schon mindestens zehn große Krisenprojekte durchgezogen, mit denen er uns vor noch höheren Energiepreisen bewahrt hat", so Nestle. Es sei nicht ungewöhnlich, wenn man dann bei einem Projekt nachbessern müsse.

Gerechtere Verteilung der Mehrbelastung


Die Gasumlage wird von allen Vebraucherinnen und Verbrauchern getragen, die Gas nutzen. Laut der Grünen-Politikerin sei das sozial gerechter. Reiche Menschen würden deutlich mehr Gas verbrauchen, deshalb seien sie mit der Gasumlage stärker belastet als arme Menschen. Mit Steuergeldern wolle man dort unterstützen, wo die Not am größten ist. Das wird mit den Entlastungspaketen getan, so Nestle.

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