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Interview - Wirtschaftsexperte: Mehr Geld beim Bürgergeld ist "mehr als sachgemäß"

Das Bundeskabinett hat den Gesetzentwurf für das neue Bürgergeld gebilligt. Es soll ab Januar das Hartz-IV-System ablösen - mit einem Regelsatz von 502 Euro für Alleinstehende und damit gut 50 Euro mehr als bisher. Jürgen Schupp vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung findet die Höhe notwendig.

Millionen Bedürftige in Deutschland sollen mit dem Bürgergeld ab 1. Januar mehr Geld und eine bessere Betreuung erhalten. Das Bundeskabinett hat grünes Licht für die zentrale Sozialreform der Ampel-Koalition gegeben. Das Bürgergeld soll Hartz IV für die mehr als fünf Millionen Betroffenen in seiner heutigen Form ablösen.

DIW sieht vor allem Inflationsausgleich

 

Für Jürgen Schupp vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin ist das eine gute Entwicklung. Es werde nun weniger Vorrang von Jobs gegeben, sondern auch Fortbildungsmaßnahmen zunehmend akzeptiert.

Steigerung um 12 Prozent beim Bürgergeld

 

Zum großen Streitpunkt, der Höhe des Regelsatzes, an dem sich Kritik von allen Seiten entzündet, meint Schupp: "Die Erhöhung ist mehr als sachgemäß." Es handele sich bei der Steigerung auf 502 Euro um 12 Prozent mehr. Es handele sich um nicht mehr als einen Inflationsausgleich. Insbesondere schlage sich die sehr hohe Inflation auch bei den Lebensmitteln nieder.