Der Sarg von Queen Elizabeth II wird durch Edinburgh getragen
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Interview - Welche Zukunft hat das Commonwealth?

Der Tod der britischen Königin hat neue Diskussionen um die Zukunft des Commonwealth angefacht. Gerhard Dannemann, Direktor am Grossbritannien-Zentrum der HU Berlin, geht nicht davon aus, dass Staaten aus dem Bündnis austreten werden. Einige könnten aber von König Charles III. als Staatsoberhaupt Abstand nehmen.

Das Commonwealth sei ein recht loser Verbund. Die über 50 Commonwealth-Staaten seien lediglich durch eine gemeinsame Geschichte, die englische Sprache und gewisse wirtschaftliche Interessen verbunden, sagt Dannemann.

Einige Staaten könnten Monarchie ablegen

 

Die Vorstellung, das Commonwealth könne für das Vereinigte Königreich nach dem Brexit die EU ersetzen, sei wenig stichhaltig. "Es gibt keine Vergünstigungen im internationalen Handel, die über das Commonwealth selber laufen würden", betont Dannemann. Die wahrscheinlich wichtigste Funktion des Bündnisses seien regelmäßge Treffen der Regierungschefinnen und -chefs der 56 Staaten.

In 15 Commonwealth-Staaten ist der britische König auch formelles Staatsoberhaupt. Nach dem Tod der Queen könnten republikanische Tendenzen in den zunehmen, so Dannemann. Dabei müsse man trennen zwischen der Mitgliedschaft im Commonwealth und der Monarchie. "Es wird sicher weitere Diskussionen geben, ob das noch zeitgemäß ist, jemanden der in London sitzt als Staatsoberhaupt in einem Karibik-Land zu haben", sagt Dannemann. Dass einige Staaten ganz aus dem Commonwealth austreten, stehe aus seiner Sicht aber nicht zur Debatte.

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