Symbolbild: Ein Schild am Eingang zu einer Einkaufspassage weist auf das Tragen von Mund- und Nasenschutz hin
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Interview - Virologe zu neuen Corona-Regeln: Sinnhaftigkeit hinterfragen

Der Bundestag hat für die geänderten Corona-Regeln für den Herbst und Winter gestimmt. Dass in Fernzügen, aber nicht in Flugzeugen eine FFP2-Maskenpflicht gelten wird, kann der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut nicht nachvollziehen. Infektionen würden auch im Flugzeug im Nahbereich stattfinden.

Aus wissenschaftlicher Sicht könne man durchaus einige Punkte der neuen Corona-Regeln kritisieren, sagt Virologe Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut. Insbesondere sehe er kritisch, dass im Flugzeug anders als in Fernzügen künftig keine FFP2-Maske getragen werden muss.

Die Argumentation, dass die Luftfilter in den Kabinen Infektionen auch im Nahbereich verhindern würden, lasse sich wissenschaftlich nicht nachvollziehen. "Vor dem Hintergrund muss man natürlich dann auch solche Regelungen und die Sinnhaftigkeit hinterfragen", sagt der Virologe.

Schmidt-Chanasit sieht viele wichtige Punkte im geplanten Corona-Paket

 

Insgesamt seien in den geplanten Corona-Regeln der Bundesregierung aber wichtige Punkte enthalten. Dass man sich insbesondere auf vulnerable Gruppen fokussiere, sei richtig. "Das heißt, es geht nicht mehr darum, Infektionen in der Allgemeinbevölkerung zu verhindern. Das geht auch gar nicht'", sagt Schmidt-Chanasit.

Virologe: "Infektionswelle ja, aber keine Krankheitswelle."

 

Die kommenden Corona-Wellen im Herbst und Winter würden sich entsprechend auch anders entwickeln als vergangene. Der große Unterschied im Vergleich zu den vorherigen Pandemie-Jahren sei, dass es mittlerweile eine hohe Grundimmunität in der Bevölkerung gebe. Für Herbst und Winter gelte deshalb: "Infektionswelle ja, aber keine Krankheitswelle."