Archivbild: Ein Soldat steht vor dem Kernkraftwerk Saporischschja (Bild: AP/dpa)
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Interview - Diplomat Lüdeking: "Saporischschja von Kampfhandlungen ausnehmen"

Russland hat das größte Atomkraftwerk Europas im ukrainischen Saporischschja besetzt. Immer wieder wird von Angriffen darauf berichtet. Der Diplomat Lüdeking spricht sich für eine Vermittlung zwischen Russland und der Ukraine über eine Sicherheitszone aus.

Er glaube, dass das Machtspielchen um das Atomkraftwerk Saporischschja die Hauptrolle spiele, sagt der ehemalige deutsche Botschafter bei der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), Rüdiger Lüdeking. Da sowohl Russland als auch die Ukraine kein Interesse an einer nuklearen Katastrophe hätten, hoffe er, dass beide Staaten zu einem Kompromiss über eine Sicherheitszone rund um das AKW bereit wären.

Dass die Internationale Atomenergie-Organisation (IEAO) zwei Inspektoren vor Ort habe, sei ein wichtiges Signal. "Und eventuell kann durch die IAEO hoffentlich eine Beruhigung der Lage eintreten", so Lüdeking. Der Diplomat spricht sich für eine Vermittlung zwischen den Staaten aus.

Lüdeking: "Man muss diplomatische Möglichkeiten immer ausloten"

 

"Im Grunde müsste eigentlich Saporischschja von Kampfhandlungen ausgenommen werden." Daher sei es wichtig, dass eine dritte Partei eine Zone einrichte, die weder russischer noch ukrainischer Kontrolle unterläge. "Ich meine schon, dass man selbst bei unsicheren Aussichten, die diplomatischen Möglichkeiten immer ausloten muss." Dabei sieht Lüdeking die USA in besonderer politischer Verantwortung.