Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Izchak Herzog, Präsident von Israel, legen während der Gedenkveranstaltung zum Olympiaattentat einen Kranz nieder.
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Interview - Olympia-Attentat: "Entschuldigung war längst überfällig"

Bei der Gedenkfeier zum Olympia-Attentat hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Angehörigen der Opfer um Entschuldigung gebeten. Die Entschuldigung sei seit 50 Jahren überfällig, sagt der ehemalige israelische Botschafter in Deutschland, Schimon Stein.

Stein zeigt sich verwundert, dass die Entschuldigung des Bundespräsidenten erst am 50. Jahrestag ausgesprochen wurde. Sie sei längst überfällig und eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Über Generationen sei aber niemand bereit gewesen, die Verantwortung zu übernehmen.

Stein: Shoah hängt wie eine Wolke über deutsch-israelischen Beziehungen

 

Man hätte die Angelegenheit auch viel früher und ohne öffentliche Debatten regeln können, ist Stein überzeugt – mit angemessenen Entschädigungen. "Aber eine Entschädigugn kommt erst dann, wenn jemad die Verantwortung für etwas übernimmt", so der ehemalige israelische Botschafter in Deutschland. Die Politik aber agiere immer erst unter Druck, den man sich und den Familien eigentlich hätte ersparen können.

In dem Vorgang sieht Stein auch ein grundsätzliches Problem der deutsch-israelischen Beziehungen. "Deutsche und Israelis gehen miteinander befangen um." Die Shoah werde das Verhältnis wie eine Wolke weiter begleiten. Dennoch müsse man anerkennen, dass die Zusammenarbeit seit der Aufnahme diplomatischer Beziehungen 1965 erfolgreich und intensiv seien. Das komme beiden Staaten zugute.

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Das Attentat auf israelische Sportler während der Olympischen Spiele in München 1972 jährt sich am Montag zum 50. Mal. Erst vergangene Woche hat die Bundesregierung den Hinterbliebenen Entschädigungszahlungen zugesagt. Man habe gerade noch die Kurve gekriegt, sagt der bayerische Antisemitismusbeauftragte Ludwig Spaenle (CSU).