Vier Frauen waten durch die Fluten, während sie in der pakistanischen Provinz Sindh Zuflucht suchen.
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Interview - Flutkatastrophe in Pakistan: "Alles ist unter Wasser"

In Pakistan haben heftige Regenfälle für Überschwemmungen gesorgt: Millionen Menschen verloren ihr Hab und Gut, hunderttausende Nutztiere starben und Millionen Tonnen Ernte fallen aus. Wo früher ganze Dörfer standen, sei nun nur noch ein riesiger See, berichtet Isabel Bogorinsky, Programmleiterin der Welthungerhilfe in Pakistan.

Am stärksten betroffen seien ländliche Gebiete im Norden Pakistans, so Bogorinsky. Dazu zähle auch die bevölkerungsreichste Provinz Punjab. Satellitenbilder zeigten einen riesigen See, den es vorher nicht gegeben habe. "Es gibt hier Bezirke, die einfach komplett unter Wasser sind", sagt Bogorinsky. "Da, wo vorher Dörfer waren, da ist jetzt nichts mehr."

Welthungerhilfe: Viele haben kein Dach über dem Kopf

 

Die Menschen hätten sich in leicht erhöhte Gebiete und Ortschaften zurückgezogen. Manche seien sogar auf die größeren Autobahnen ausgewichen, die nun gesperrt seien. "Es gibt unheimlich viele, die auf der Straße sind, die wirklich jetzt kein Dach haben", so Bogorinsky.

Hilfe komme von lokalen Organisationen vor Ort und von Behörden. Aber auch internationale Hilfsorganisationen wie die Welthungerhilfe seien im Einsatz. Die Nothilfe bestehe im Verteilen von Lebensmitteln, Küchenutensiilen, Planen, Moskitonetzen oder Hygieneartikeln, erklärt Bogorinsky. Ausreichend könne die Hilfe angesichts des Ausmaßes der Katastrophe aber nicht sein. Zudem sei es schwierig, die betroffenen Gebiete zu erreichen, weil Straßen überschwemmt seien.