Symbolbild: Flugzeuge der Lufthansa
dpa
Bild: dpa Download (mp3, 8 MB)

Interview - Luftfahrtexperte: Streik der Lufthansa-Piloten ist skurril

Die Pilotinnen und Piloten bei der Lufthansa sind am Freitag zum Streik aufgerufen. 800 Flüge fallen aus, auch alle Verbindungen am BER. Der Luftfahrtexperte Heinrich Großbongardt hält den Streik für wenig gerechtfertig und glaubt nicht, dass die Pilotinnen und Piloten viel erreichen werden.

Die Pilotinnen und Piloten fordern 5,5 Prozent mehr Lohn und einen Inflationsausgleich. Der Streik sei skurril, so Großbongardt. "Man muss sich ja vorstellen, da streiken Leute, die von der Inflation am wenigsten betroffen sind, die gehören ja nicht zu den Geringverdienern." Hinzu komme, dass die Arbeitsplätze der Pilotinnen und Piloten durch die Rettung der Lufthansa erhalten wurden. Und während der Coronakrise habe die Lufthansa das Kurzarbeitergeld für sie kräftig aufgestockt.

Großbongardt: Streik ist wenig erfolgversprechend

 

Bei dem Streik gehe es aber auch um Besitzstandswahrung. Die Lufthansa habe den Pilotinnen und Piloten vor einiger Zeit zugesagt, dass im Flugbetrieb der Lufthansa, der unter den Tarifvertrag fällt, mindestens 325 Flugzeuge operieren. "Das entpsricht ungefähr 5000 Cockpit-Arbeitsplätzen", sagt Großbongardt. Diese Zukunftssicherung wackele nun, weil die Lufthansa sich diese Anzahl in der gegenwärtigen Lage nicht leisten könne. Der Streik sei, was das angehe, aber nicht erfolgversprechend. "Ich glaube, dass die Piloten damit wenig erreichen werden", so der Luftfahrexperte.