Lubmin: Rohrsysteme und Absperrvorrichtungen in der Gasempfangsstation der Ostseepipeline Nord Stream 1
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Interview - Kuhlmann: Energiewende ist nicht abgeblasen

Der russische Krieg in der Ukraine hat Deutschland in eine Energiekrise gestürzt. Das macht es notwendig, wieder mehr Strom aus Kohle zu erzeugen. Trotzdem gebe es überall weitere Bemühungen für die Energiewende, sagt Andreas Kuhlmann von der Deutschen Energie-Agentur (dena).

Keinesfalls dürfe man die Energiewende für abgeblasen erklären, betont Kuhlmann. "Ich sehe an allen Ecken und Enden eine große Dynamik für Energiewende." In dieser Legislaturperiode seien schon wichtige und grundlegende Gesetze verabschiedet worden.

Trotzdem gebe es Dinge, die jetzt unbedingt nötig seien, und das Hochfahren der Kohlekraftwerke gehöre dazu. Es sei auch ein kleiner Beitrag zur Entspannung der Energiepreise. Gerade hier gebe es ein riesiges Problem, weil Konzerne im Moment enorme Renditen erwirtschaften. Kuhlmann unterstützt einen Vorschlag der EU-Kommission, wonach ein Teil der Renditen an die Nationalstaaten abgegeben werden soll, um Entlastungen für Bürgerinnen und Bürger zu finanzieren.

Kuhlmann: Gezielte Entlastungen für Haushalte so schnell wie möglich

 

Eine generelle Preisdeckelung sei in der Umsetzung schwieriger. Die Politik müsse stattdessen genau hinschauen, welche Haushalte Entlastungen brauchen und diese so schnell wie möglich unterstützen. "Und da darf man auch nicht geizig sein", betont Kuhlmann. Die von den Gewerkschaften geforderten 20 bis 30 Milliarden Euro für Entlastungen seien realistisch.

Die schwierige Situation werde noch länger anhalten. "Ich glaube, ein, zwei Jahre werden wir uns noch auf harte Zeiten einstellen müssen", sagt Kuhlmann. Das Stromsparen könne während dieser Zeit die Preise beeinflussen. "Wenn das ganz viele machen, gehen die Preise auch wieder runter", sagt Kuhlmann. Jeder könne einen Beitrag leisten.

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