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Interview - Pflegerat: Finanzierung der Pflege muss neu organisiert werden

Alle Pflegekräfte müssen nun nach Tarif bezahlt werden - für einige bedeutet das ein Mehr an Geld von bis zu 30 Prozent. Zukünftig sei es nötig, eine neue Form der Finanzierung zu finden, meint die Präsidentin des Deutschen Pflegerates Christine Vogler. Denkbar seien auch Steuergelder.

Der Deutsche Pflegerat fordert, die Finanzierung der Pflege neu zu organisieren. Die Präsidentin Christine Vogler meint, Mehrkosten dürften aber nicht auf die Pflegebedürftigen umgelegt werden.

Deutscher Pflegerat: Sozialsystem nicht mehr zeitgemäß

 

Stattdessen müsse über eine Deckelung der Kosten gesprochen werden, so Vogler. Diese sollte sich unter anderem an den Renten der Pflegeheimbewohner orientieren. Für die Zukunft bringt Vogler eine Steuerfinanzierung der Pflege ins Spiel. Das jetzige Sozialsystem sei nicht mehr zeitgemäß.

An Finanzierung durch Steuern nicht mehr vorbei kommen

 

"Wir werden in Zukunft an Steuerfinanzierung von pflegerischer Versorgung nicht mehr vorbei kommen." Andernfalls gehe die finanzielle Belastung zu Lasten von Bewohnern - dort gebe es eine soziale Ungerechtigkeit. Im ambulanten Bereich gehe es in Richtung Arbeitszeitverdichtung. Man könne für die Grundpflege etwa nur noch 18 Minuten statt 24 Minuten anordnen, so Vogler. "Das ist ein Effekt, den will natürlich keiner haben."

Seit diesem Donnerstag müssen Beschäftigte in der Altenpflege bundesweit nach Tarif bezahlt werden. Dadurch steigen die Gehälter der Pflegekräfte laut Gesundheitsministerium um bis zu 30 Prozent.

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