Leere Behälter der COVID-19-Impfstoffe von Pfizer/Biontech und Moderna stehen auf einem Tisch (Bild: dpa)
dpa
Bild: dpa Download (mp3, 7 MB)

Interview - Arzt: Die meisten sollten auf weitere angepasste Corona-Impfstoffe warten

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hat die angepassten Corona-Impfstoffe an die Omikron-Variante für die Zulassung empfohlen. Wer diesen Impfstoff jetzt nutzen sollte und warum die meisten auf weitere angepasste Impfstoffe warten sollten, erklärt der Arzt Wolf-Dieter Ludwig.

Der neue Impfstoff habe den Vorteil, dass er sich nicht nur gegen den ursprünglichen Stamm von SARS-CoV-2 richte, sondern auch gegen die BA.1-Variante, sagt der Arzt und Vorsitzende der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, Wolf-Dieter Ludwig.

Daher könne man davon ausgehen, dass dieser Impfstoff zumindest für einen gewissen Zeitraum eine bessere Antikörper-Immunität erzeuge als ursprüngliche Impfstoffe, so Ludwig. Der Arzt empfiehlt Menschen, die bisher nur eine Grundimmunisierung - also zwei Corona-Impfungen ohne Booster - erhalten haben und gleichzeitig eine Immunschwäche haben.

Alle anderen sollten demnach auf weiter angepasste Impfstoffe gegen die Omikron-Varainten BA.4 und BA.5 warten. Ludwig rechnet damit, dass diese Impfstoffe in zwei bis drei Monaten verfügbar sein werden.

Hintergrund

EU-Behörde EMA billigt angepasste Corona-Impfstoffe

In der Europäischen Union dürfen bald neue Corona-Impfstoffe eingesetzt werden, die an die Omikron-Variante BA.1 angepasst sind.

Grundlage ist eine Empfehlung, die die Europäische Arzneimittelbehörde EMA am Donnerstag veröffentlicht hat. Die endgültige Entscheidung liegt bei der EU-Kommission, ihre Zustimmung gilt aber als Formsache.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) geht davon aus, dass die neuen Impfstoffe bereits kommende Woche in Deutschland ausgeliefert werden.