Stationen auf dem Weg zur Einheit: Bundeskanzler Helmut Kohl und Michael Gorbatschow (M) während einer Gesprächspause im Garten von Gorbatschows Gästehaus in Archiz zusammen mit (v.l.) Hans-Dietrich Genscher, Hans Klein, Theo Waigel, Raissa Gorbatschowa, UdSSR-Finanzminister Pawlow und Eduard Schewardnadse. (Archivbild vom 16.7.1990)
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Interview - Waigel: Die Wiedervereinigung ist Gorbatschows Vermächtnis

Am Tag nach dem Tod von Michail Gorbatschow erinnern sich seine politischen Weggefährten an den großen russischen Politiker. Theo Waigel, CSU-Finanzminister unter Bundeskanzler Kohl, war bei den entscheidenden Gesprächen auf dem Weg zur deutschen Wiedervereinigung dabei und sieht in ihr Gorbatschows Vermächtnis.

Ohne Michail Gorbatschow hätte es die deutsche Wiedervereinigung wohl nicht gegeben. Die entscheidenden Gespräche auf dem Weg dorthin fanden im Sonner 1990 im Kaukasus statt. Unvergessen das Bild, wie Gorbatschow gemeinsam mit Bundeskanzler Helmut Kohl und Außenminister Hans-Dietrich Genscher an einem Picknick-Tisch saß.

"Mit Gorbatschow kehrte die Vernunft ein"

Der damalige Finanzminister im Kabinett Kohl Theo Waigel erinnert sich an Tischgespräch mit Gorbatschow über Kant und Vernunft: "Wann konnte man schon damals mit einem Politiker im Osten oder auch im Westen über Kant und die Vernunft reden? Und das war glaube ich das Entscheidende, dass mit Michail Gorbatschow die Vernunft damals im Verhältnis zwischen Ost und West eingekehrt war."

So habe Gorbatschow letztendlich den Weg zur deutschen Wiedervereinigung freigemacht. "Das ist eine großartige Tat, nicht nur die Wiedervereinigung Deutschlands, sondern die Wiedervereinigung Europas, dass die Länder von Mittel- und Osteuropa, dass die baltischen Staaten den Weg zu Europa gefunden haben, […] das ist sein großes Vermächtnis. Wir in Deutschland haben allen Grund, ihm Dankgottesdienste zu widmen, für das, was er für Deutschland getan hat."

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