Symbolbild: Menschen steigen in einen Regionalzug am Hauptbahnhof Berlin ein
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Interview - Verkehrsexperte: Ende des Tarifdschungels hilft beim Umstieg auf ÖPNV

Der Bund denkt über eine Weiterführung des 9-Euro-Tickets nach - und stößt damit auf offene Ohren bei Verkehrsexperten, wie Philipp Kosok von der Denkfabrik Agora Verkehrswende. Vor allem die Vereinfachung der Tarife helfe beim Umstieg auf Bus und Bahn. Er spricht sich für gestaffelte Preise abhängig vom Einkommen aus.

Es sei eine "sinvolle Aktion gewesen, die es lohnt weiterzuentwickeln": So fasst Philipp Kosok, Projektleiter Öffentlicher Verkehr bei der Denkfabrik Agora Verkehrswende, seine Meinung zu den drei Monaten 9-Euro-Ticket für den deutschlandweiten Nahverkehr zusammen. Vor allem sozialpolitisch für die Menschen mit wenig Geld sei das Ticket sinnvoll gewesen - und diese Entlastung sei ja auch der ursprüngliche Anlass für die Einführung gewesen.

Einfache Tarife statt Tarifdschungel

 

Für den Klimaschutz im Verkehr könne ein dauerhaftes deutschlandweites Ticket eine Ergänzung sein, meint Kosok. "Wir brauchen nicht den Tarifdschungel, den wir die letzten Jahr hatten". Eine Vereinfachung helfe beim Umstieg vom Auto auf Bus und Bahn. Für eine CO2-Bilanz sei es aber noch zu früh.

Entscheidend ist die Änderung des Fahrverhaltens im Alltag

 

Letztlich brauche eine Verhaltensänderung aber auch Zeit: Die Daten zeigten, dass Autofahrerinnen und -fahrer vor allem im Freizeitbereich Bus und Bahn für Ausflüge genutzt hätten. Das Ziel müsse aber auch eine Änderung im Alltag etwas beim Pendeln sein, so Kosok. Das brauche Zeit aber auch einen Ausbau des ÖPNV-Angebot.

Ticket-Kosten nach Einkommen staffeln

 

Zu welchen Konditionen das 9-Euro-Ticket weitergeführt werden könne, wird in Bund und Ländern diskutiert. Aus Sicht von Kosok ist eine soziale Differenzierung denkbar: Jene mit einem durchschnittlichen Einkommen müssten dann mehr zahlen als von Armut Betroffene.