Yasmin Fahimi, Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes.
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Interview - DGB-Chefin Fahimi fordert Energiepreisdeckel

Die Chefin des Deutschen Gewerkschaftsbundes Yasmin Fahimi unterstützt die Gasumlage grundsätzlich und stellt klar: Mit der Abgabe könne man die Frage nach einer gerechten Verteilung in der Gesellschaft nicht beantworten. Um die Menschen zu entlasten, fordert Fahimi die Zahlung einer weiteren Energiepauschale und langfristig einen Energiepreisdeckel.

Die Gasumlage habe den Zweck, dass Versorger abgesichert werden - "und es nicht einfach dem Marktzufall überlassen wird, wer als Gaskunde wie stark noch mal zusätzlich zu den allgemein steigenden Preisen belastet wird", sagt Fahimi. "Deswegen ist das schon in der Sache nachvollziehbar."

Es ergäben sich aber zwei Fragen, so die DGB-Chefin: "Gibt es Mitnahmeeffekte? Und wie kann eigentlich eine insgesamt konsequente Entlastung der Privathaushalte erfolgen?" Dafür müsse etwa die Stromsteuer auf das europäische Mindestmaß abgesenkt werden, schlägt Fahimi vor. Vor allem seien aber zusätzliche Energiepauschalen für die Haushalte sowie ein Energiepreisdeckel nötig.

Die Kritik aus den Reihen der CDU, dass die Gasumlage eine Umverteilung von unten nach oben sei, könne sie nicht nachvollziehen, sagt Fahimi. "Die Frage, wie man gerecht verteilt und dass es eine Verteilung für alle von oben nach unten geben muss, die beantwortet man nicht mit einer Gasumlage." Da sei die CDU auf dem Holzweg, so die DGB-Chefin

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