Ein Mann bekommt ein Hilfspaket ausgegeben.
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Interview - Leiter der Katastrophenhilfe sorgt sich um Winter in Ukraine

Nach den ersten Notspenden mit Hilfsgütern und Nahrungsmitteln rückt nun immer mehr die Vorbereitung auf den kalten ukrainischen Winter in den Vordergrund von Hilfsorganisationen. Viele Heizungssysteme seien durch den Krieg zerstört, über 11 Millionen Menschen seien betroffen, sagt Martin Keßler, Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe.

Martin Keßler, Direktor der Diakonie Katastrophenhilfe, zeigt sich ein halbes Jahr nach Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine beeindruckt von der Solidarität und der großen Spendenbereitschaft für das Land. Die Diakonie habe ein großes Programm aufgelegt und bislang rund 12 Millionen Euro ausgegeben können.

11,2 Millionen bedürftige Menschen für den Winter in der Ukraine

 

Zunächst sei man mit einem Notprogramm mit Hilfsgütern und Nahrungsmitteln gestartet. Inzwischen rücke immer mehr der baldige Winter ins Bewusstsein. Man müsse sich auf den kalten Winter in der Ukraine mit durchaus bis zu minus 20 Grad einstellen, so Keßler. "Wir haben 11,2 Millionen Menschen in der Ukraine, die Unterkunft- und Hilfsgüter-Bedarf haben."

Diakonie zu zerstörten Heizungssystemen: Es fehlt an Materialien und Handwerkern

 

Problematisch seien vor allem die teils zerstörten Heizungssysteme. Es fehle an Gütern zur Reparatur oder auch Materialien für die Isolation von Wohnungen, meint Keßler. Auch Handwerker seien kaum vor Ort. Hinzu komme: "Logistik allein ist schon eine große Herausforderung."

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